Werben für mehr Toleranz

Das gegenseitige Kennenlernen stand beim Besuch von MdB Uli Grötsch (SPD) in der Mevlana-Moschee der türkischen Gemeinde in Weiden im Mittelpunkt. Dabei plädierten Politiker und Gastgeber für ein religiöses Miteinander.

"Man darf die Religionen nicht mit Krieg verbinden. Der Islam als friedliche Religion gehört zu Deutschland", verdeutlichte SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch bei einem Besuch in der Mevlana-Moschee der türkischen Gemeinde. Der Parlamentarier wollte damit ein Zeichen der religiösen Verständigung und gegen die anti-islamische Pegida-Bewegung setzen.

Moschee steht jedem offen

Als Mitglied der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe sei es ihm ein Anliegen, nach Weiden zu kommen, da er wegen anderer Termine nicht bei der Kundgebung am Alten Rathaus war. "Wer in Deutschland seit 50 Jahren lebt, gehört voll dazu", erklärte Grötsch. Viele türkische Mitbürger seien mittlerweile auch Arbeitgeber. Der Abgeordnete dankte Imam Hüseyin Çetin und Ergün Nezir, Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde Weiden, sowie dessen Stellvertreter Ismet Yücel für die Gelegenheit zu Besichtigung des Gebetsraumes. Die Gastgeber warben beim anschließenden Gespräch für das religiöse Miteinander und boten der Öffentlichkeit an, die Moschee zu besuchen.

Grötsch verurteilte die Pegida-Demonstrationen. "Die SPD steht klar an ihrer Seite", verdeutlichte er vor den türkischen Gemeindemitgliedern Yilderim Jasar, Erol Limanoglu, Yüksel Tutal und Osman Dereli. Vorsitzender Nezir erläuterte, dass trotz jüngster Vorkommnisse in Weiden alles gleich geblieben sei.

"Die Ansicht vieler Moslems, dass man den Propheten nicht zeichnet, sollte respektiert werden", sagte SPD-Stadträtin Dr. Sema Tasali-Stoll, die auch als Dolmetscherin fungierte. Sie nannte den Islam eine der jüngeren Religionen nach dem Christentum. Gleichzeitig gebe es große Ähnlichkeiten zwischen den Religionen. Das friedliche Zusammenleben wie in Weiden sei das richtige Zeichen. "Toleranz ist dabei das A und O." SPD-Stadtverbandsvorsitzender Norbert Freundorfer verdeutlichte, dass "wir trotz verschiedener Religionen eine Gesellschaft sind", und erinnerte an die Versammlung vor dem Alten Rathaus. Er regte das gemeinsame Feiern zum Kennenlernen der Religionen an.

Der türkische Jugendvorstand berichtete von einer neu gegründeten Jugendgruppe. Nach drei Monaten zähle sie 16 Mitglieder. Er erläuterte den täglichen Gebetsrhythmus in der Moschee: fünf Mal am Tag, beginnend mit dem Sonnenaufgang. Zu den Freitagsgebeten seien bis zu 150 Gläubige in der Moschee. Grötsch erklärte, er sei auch künftig zu Gesprächen bereit, und bot bei Anliegen seine Unterstützung an.
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