West IV: Ein Eck wackelt

Von der Pressather Straße weiter ins künftige Gewerbegebiet West IV? Nicht, wenn es nach den Anwohnern geht. Die stemmen sich gegen die befürchtete zusätzliche Lärm- und Verkehrsbelastung. Einige wollen die östlichste Parzelle sogar ganz streichen.

"Gute Gespräche", wünschten sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Stadtkämmerin Cornelia Taubmann, die das Projekt West IV leitet, am Donnerstagabend bei der Bürgerwerkstatt. Man blieb im kleinen Kreis: Neben Stadträten und Verbands- und Interessenvertretern kam nur ein Dutzend Bürger.

Stark vertreten waren natürlich die Betroffenen aus dem Brandweiher und aus der Pressather Straße. Sie setzten sich regelrecht bei den Stadtplanern Friedrich Zeiß und Matthias Rühl fest. Erfreulich sei, so bestätigt Rühl in seiner Zusammenfassung nach einer guten Stunde Diskussion, dass die Bürger das Gewerbegebiet nicht grundsätzlich in Fragen stellen.

Nach Westen verschieben

Die Sorgen gelten vielmehr der Verkehrserschließung über die Pressather Straße und den Auswirkungen bis hin nach Latsch und Neunkirchen. Die Erschließung des neuen Gewerbegebietes solle deshalb über die Verlängerung der Dr.-Müller-Straße sowie eine zweite Zufahrt weiter westlich erfolgen. Auch eine Komplett-Verschiebung der Bauflächen nach Westen stand auf der Wunschliste. Falls an den östlichen Flächen festgehalten wird, so die massiv vorgetragene Forderung, sollten sie nur vom "Kringel Dr.-Müller-Straße" über eine Sackgasse anfahrbar sein.

OB Seggewiß ging auf diese Anregungen ein. "Diese Verkehrsbeziehungen sind es, die die Bürger ins Herz stechen. Ich glaube, eine Anbindung über die Pressather Straße ist weg." Er deutete auch an, dass man aufgrund der Bedenken über die östlichste Parzelle reden müsse. "Dann bricht ein Eck weg."

Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner verwies auf den hohen Wert gerade dieser stadtnahen Flächen für Kleinstgewerbe, Dienstleister (eventuell Ärztehaus) oder Einrichtung der Nahversorgung. Das gesamte soziale und ökologische Umfeld könne davon profitieren. Mit derartigen Einrichtungen erhalte Weiden ein Alleinstellungsmerkmal, was das gesamte Gewerbegebiet wiederum attraktiver für Betriebe mache.

Die Vertreter des Bundes Naturschutz betonten, dass sie an ihren Bedenken festhalten. Nachdem viele grüne Visionen gezeigt wurden, schlug BN-Geschäftsführer Jürgen Holl vor, begrünte Dächer im Gewerbegebiet bindend vorzuschreiben.
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