"Wie eine Familie"

Volle Hütte: Zur Einweihung der neuen Wohngruppe für Jugendliche kamen unter anderem KJF-Direktor Michael Eibl (von links), OB Kurt Seggewiß und Einrichtungsleiterin Hannelore Haberzett. Das Haus St. Elisabeth eröffnete die Einrichtung für deutsche und ausländische Jugendliche nicht zuletzt, weil immer mehr junge Flüchtlinge in die Region gekommen sind. Bild: Götz

Dass hier keine normale WG wohnt, zeigt sich gleich hinter der Eingangstür. Da hängen Hinweise in verschiedensten Sprachen: Deutsch, Englisch, aber auch Afghanisch und Somali. Die Bewohner kommen denn auch aus verschiedenen Ländern - und sind trotzdem schon eng zusammengerückt.

Voll ist's an diesem Freitagnachmittag in den Räumen in der Johannisstraße. Politik, Jugendämter, Kirche und, und, und sind gekommen, um die Wohnungen von acht Jugendlichen zu besuchen. Es ist schließlich keine alltägliche Gemeinschaft, die hier ein neues Zuhause finden soll.

Am Rande der Innenstadt hat das Haus St. Elisabeth eine neue Wohngruppe für vier junge Frauen und ebenso viele junge Männer im Alter von 14 bis 18 Jahren eingerichtet. Seit Januar leben dort - auf zwei Etagen - fünf Deutsche, die wegen verschiedener Probleme vom Jugendamt vermittelt wurden. Und zwei Somali sowie ein Afghane, minderjährige Flüchtlinge, die unbegleitet nach Deutschland gekommen sind. Sie alle zusammen sollen, von Fachpersonal begleitet und dank der Vorarbeit von vielen Helfern, einen guten Weg in die Zukunft finden. Und voneinander lernen, von ihren unterschiedlichen Erfahrungen profitieren, wie Hannelore Haberzett erklärt, die Einrichtungsleiterin von St. Elisabeth (Windischeschenbach). Das Konzept mag überzeugen. Doch es sei gar nicht so leicht gewesen, einen überzeugten Vermieter zu finden - letztlich habe sich aber der aktuelle Eigentümer, die Familie Pösl, hinter die Idee gestellt.

So wie der Träger, die Katholische Jugendfürsorge (KJF), wie deren Direktor Michael Eibl sagt. Es sei schließlich wichtig, allen jungen Menschen "eine Perspektive zu bieten". Ähnlich überzeugt zeigt sich auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Den jungen Bewohnern "wünsche ich, dass alle eure Träume und Wünsche in Erfüllung gehen. Wir helfen euch dabei".

Helfen könnte im Alltag mitunter auch die Religion. Das jedenfalls betont Regionaldekan Gerhard Pausch bei der Segnung der Räume: "Auch wenn hier verschiedene Religionen leben - der Glaube ist es, der euch verbinden kann", sagt er an die Adresse der Jugendlichen. Es könnte mehr als ein frommer Wunsch bleiben. So lässt sich zumindest Abdul Manaan verstehen. Der junge Mann aus Afghanistan fasst das Zusammenleben nach den ersten Monaten ganz knapp zusammen: "Wir sind wie Brüder und Schwestern. Wie eine Familie."
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