Wilfried Krebs ärgert sich über Kabel Deutschland
Auf Datenautobahn ausgebremst

Die Ausdrucke von Wilfried Krebs belegen, wie schnell - oder besser gesagt wie langsam - die Daten an seinem Internetanschluss heruntergeladen werden. Dabei bezahlt der 75-Jährige bereits seit Mai 2014 für eine schnelle 50-Mbit/s-Anbindung. Bild: Huber

Weniger ist mehr. Diese Erfahrung macht Wilfried Krebs mit Kabel Deutschland. "Als wir eine Netzgeschwindigkeit von 30 Megabit pro Sekunde gebucht hatten, ging alles schneller", sagt der Weidener. "Seit der Umstellung auf 50 Mbit/s wurde alles langsamer." Und Besserung ist vor April nicht in Sicht.

Dabei hat der 75-Jährige bereits seit Mai 2014 den schnelleren Netzanschluss. Zumindest auf dem Papier - und was seine Rechnungen betrifft. Doch die Realität sieht anders aus: Mal lädt der Computer mit 34.02 Mbit/s Daten aus dem Netz, mal mit 45.01 und ein andermal sogar nur mit 4.29 Mbit/s - nicht einmal ein Zehntel der versprochenen Geschwindigkeit. Das belegt Wilfried Krebs schwarz auf weiß.

Zu viele Kunden am Netz

Der Weidener ist zwar im Rentenalter, betreibt aber immer noch eine Plakatierfirma und benötigt deshalb auch beruflich eine schnelle Internetverbindung. "Im Moment erledigt das alles mein Schwiegersohn per I-Phone", erklärt er im Gespräch mit dem "Neuen Tag". Nachdem all seine Telefonate seit Mai nicht gefruchtet haben, wandte er sich jetzt hilfesuchend an die NT-Redaktion. "Wir haben laufend interveniert. Die wissen bei Kabel Deutschland schon Bescheid, aber es tut sich nichts. Manchmal wurde einfach der Hörer aufgelegt", ärgert sich Wilfried Krebs. "Die Internetverbindung stottert, geht langsam oder hängt sich auf."

Kabel Deutschland hat diese Schwachpunkte im Gespräch mit dem Kunden durchaus eingeräumt. "Sie haben mir auch schon mal Gebühren nachgelassen, ein andermal wieder nicht." Warum einmal ja und ein andermal nicht, das leuchtet dem 75-Jährigen nicht ein. "Ich sehe nicht ein, dass ich für die volle Leistung bezahle, aber nur einen Bruchteil erhalte." Was den Senior ebenfalls ärgert, ist eine Erklärung von Kabel Deutschland zu den Geschwindigkeitsproblemen.

"Die sagen, wenn viele Nachbarn im Netz sind, wird es langsamer." Für Wilfried Krebs ist das keine Entschuldigung. "Dann dürfen sie den schnellen Anschluss nicht versprechen und abrechnen." Außerdem sei ihm schon mal zugesichert worden, dass ab Januar 2015 die schnelle Verbindung laufen werde. "Jetzt haben sie gesagt, das geht erst ab Mai."

Gutschriften als Bonbon

"Uns hat 2014 der Kundenzuwachs in dem Netzabschnitt, in dem sich der Anschluss von Herrn Krebs befindet, überrollt." Klaus Rosenkranz, Pressesprecher von Kabel Deutschland, gesteht die Probleme gegenüber dem "Neuen Tag" offen ein. Die Erweiterung der Glasfaserinfrastruktur in diesem Bereich sei deshalb längst geplant. "Wir rechnen damit, dass die sehr aufwendigen Arbeiten Ende März abgeschlossen werden können." Hundertprozentig versprechen könne er das allerdings nicht. Dafür aber etwas anderes.

"Wir werden Herrn Krebs die Monatsentgelte von Januar, Februar und März komplett gutschreiben. Und das obwohl darin auch Telefongebühren enthalten sind, und das Telefon kann er ja nutzen." Anderen Betroffenen im Bereich Ermersrichter Straße, deren Internetanschluss ebenfalls durch starke Belastung beeinträchtigt ist, versichert Rosenkranz: "Wenn sich Kunden aus dem gleichen Grund bei uns melden, werden wir die monatlichen Entgelte aus Kulanzgründen reduzieren, bis das Problem behoben ist."
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