"Wir machen das Gleiche, was Eltern machen"

Mit Edwin Dotzler und Ute Schieder stellt das Kolping Bildungswerk zwei Sozialpädagogen, die sich hauptberuflich der 13 im Ernst-Naegelsbach-Haus lebenden jugendlichen Flüchtlinge annehmen. Für drei von ihnen ist Dotzler formell bereits als Amtsvormund bestellt worden.

Die grundsätzliche behördliche Verantwortung liegt beim Kreisjugendamt. Bei der Wahrnehmung der daraus erwachsenden Aufgaben bedient es sich Dritter, wie eben Schieder und Dotzler. Sie beschreiben ihre Aufgabe als Amtsvormund denkbar einfach: "Wir machen das Gleiche, was Eltern machen." Wenn sie im nächsten Atemzug allerdings von Schule, Gesundheitsfürsorge, Deutsch lernen, Berufsausbildung, gesellschaftlicher Integration, Asylverfahren oder der Hilfe zum Verarbeiten nicht seltener Traumata sprechen, mag man nur erahnen, was da zu bewältigen ist. Bei zum Teil enormen Verständigungsproblemen.

Die beiden Sozialpädagogen beschreiben die von ihnen betreuten jungen Menschen als ausgesprochen zielstrebig und integrationswillig. Sie hätten vereinzelt mehrjährige Fluchtwege mit längeren Zwischenetappen zur Finanzierung des nächsten Schrittes hinter sich, oft auch schreckliche Erlebnisse als Antriebsfedern der Flucht.

Der Gruppe im Naegelsbach-Haus, so Dotzler, hätte kaum etwas Besseres passieren können, als die vom Landratsamt geschaffene Möglichkeit eines Deutschunterrichts als Schlüssel zu einem ganz normalen Leben hier. Mehr wollten sie eigentlich auch nicht. Und Fußball spielen natürlich. (zm)
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.