"Wir sind alle Kinder einer Erde"

Für Ursula und Jost Hess (Sechste und Siebter von links) gab es Blumen und Geschenke. Damit bedankte sich eine große Gruppe von Ehemaligen bei den "Motoren" des AK Asyl. Die damaligen Flüchtlingskinder waren zwischen 1995 bis 2001 vom Arbeitskreis betreut worden. Laura Zeneli trommelte sie für den Ehrenabend im Haus der Gemeinde zusammen. Bilder: Dobmeier (3)

Seit 30 Jahren gibt es den Arbeitskreis Asyl. Ein Grund zum Feiern. Auch für viele Ehemalige, die mithilfe der Einrichtung längst ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben.

"Ich habe von jemandem gehört, dass die Grenzen, die Religion und das Geld die Folter der Welt sind. Mein lieber Gott, bitte mache all dieses Leid von der Welt weg und bringe für uns den Tag, an dem sich alle Menschen, egal welcher Religion, Nationalität oder Hautfarbe, einander in Liebe umarmen." Diese Worte verfasste Sayedeh Hanieh Sennighi, eine junge Iranerin, die mit ihrer Familie seit 10 Monaten in Weiden wohnt. Dieser Appell für Toleranz und Humanität beeindruckte Jost Hess, den Leiter des Arbeitskreises Asyl, zutiefst. Verdeutliche er doch auch die Zielsetzung des AK-Asyl mit Kinder- und Hausaufgabenbetreuung, Beratung und Unterstützung für Menschen aus der Fremde.

Zu "einem Geburtstag, zu dem viele Nationen gekommen sind," begrüßte Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler die vielen Gäste im Haus der Gemeinde. Bis zu 500 Kilometer weit waren sie angereist, um das 30-jährige Bestehen des Arbeitskreises mitzufeiern. Darunter die in Heilbronn wohnenden Iraker Nemat Alimohammadi und seine Frau Forough Garshammadi, die als eine der ersten ihre 5-jährige Tochter Jasmin dem AK Asyl anvertraut hatten. Jasmin studierte später Medizininformatik.

Vom Kinderhilfswerk "Terre des Hommes" gratulierte der bayerische Regionskoordinator Klaus Kabey. Er verurteilte die politisch gesteuerten Wirtschaftsinteressen der Industrieländer. "Wir müssen in der Welt Verantwortung übernehmen, wie es der AK Asyl in Weiden tut." Das Elly-Heuss-Gymnasium kooperiert seit neun Jahren in der 8. Jahrgangsstufe im sozial-wissenschaftlichen Bereich mit dem AK Asyl. Die Schülerinnen Laura-Sophie List und Carina Leonhardt schilderten, was sie in der Hausaufgabenbetreuung erfahren hatten: Die Kinder bräuchten kein Mitleid, sondern Hilfe und mehr Toleranz.

Jost Hess dankte allen Unterstützern darunter "terre des hommes" und vielen Spendern. Derzeit werden Jugendliche aus 19 Nationen altersgerecht betreut. Die musikalische Gestaltung übernahm die Klezmer-Gruppe des Neustädter Gymnasiums. Ein Ständchen zur wechselvollen Geschichte brachten Veit Wagner, Anja Sauer, Nadine Röckl-Wolfrum, Sigrid Künkler und Hans-Peter Pauckstadt-Künkler. Das Jugendtheater Kaufbeuren zeigte eine Parodie auf die Nibelungen-Sage. Der 14-jährige Jordanier Muhmen Nayer Al Awaquleh vom M-Zug der 8. Klasse brachte seine Dankbarkeit zum Ausdruck, mithilfe des AK Asyl seine Ziele verwirklichen zu können.

Einsatz für Integration

Kinder überreichten zum Dank gemalte Kunstwerke an die "Motoren" Ursula und Jost Hess. Eine Bilderausstellung beleuchtete Menschen und Aktionen. Die Kinder der Hausaufgabenbetreuung traten mit einer "Henne" auf, die ihre Küken beschützt. Außerdem sangen sie "Wir sind alle Kinder einer Erde". Veit Wagner verlieh dem AK Asyl die "Ehrenmitgliedschaft" bei "Weiden ist bunt" aufgrund der vielen Verdienste zur Integration von Mitmenschen.
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