Wo der Biber und die Fledermaus sich wohlfühlen

Nach der Theorie ging es in den Wald. Thomas Verron diskutierte mit den Gästen an Exkursionspunkten im Hirschwald bei Taubenbach konkrete Umsetzungen. Nass- und Trockenstandorte hätten im Lebensraum Jura eine besondere Bedeutung, zeigte Verron am Bach in der Nähe des Taubenbacher Forsthauses auf. Hier habe der Biber freies Wirken, und "in Überschwemmungsbereichen wird auf die forstliche Nutzung verzichtet, entlang von Bachläufen die verdunkelnde Fichtenbestockung zugunsten Schwarzerle und Esche zurückgenommen".

Auch kleinere Biotope würden im wasserarmen Trockenbereich des Jura immer wieder entschlammt und gepflegt. Fledermausexperte Rudolf Leitl stellte die Projekte mit Fledermauskästen im Hirschwald vor. "Die Nachwirkungen der großflächigen Rodungen der Oberpfälzer Eisenindustrie im Hochmittelalter sind noch heute spürbar", bemerkte Verron bei der Begehung einer Altholzinsel. Zum Thema Totholz erläuterte er, über ein Stichprobensystem werde derzeit die Totholzmenge durch die Forsteinrichtungsinventur neu berechnet. Er erwarte gegenüber der letzten Berechnung vor rund zehn Jahren eine Zunahme. "Alles andere wäre ein Schlag ins Kontor, jedes Försterherz schlägt schließlich für den Naturschutz", sagte Verron. Biotopbäume dienten als Höhlen- oder Spaltenbäume dem Vogel- und Fledermausschutz. Uralte Einzelbäume, sogenannte Methusaleme, blieben unangetastet dauerhaft stehen.

Wie Bereichsleiter Walter Faltl aus der Unternehmenszentrale zusammenfasste, zeichne sich der Forstbetrieb Burglengenfeld durch eine große Vielfalt an geologischen Formationen und somit an natürlichen und naturnahen Lebensräumen aus. Wichtig sei vor allem die transparente Umsetzung des Naturschutzkonzepts vor Ort im Wald. (sön)
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