Wöhrl im neuen Kleid

Nichts für "graue Mäuse". Die WöhrlFassade zeigt sich im Spätherbst im neuen Kleid. Das Mädl-Anwesen (links) mit dem Haupteingang streift die Lisenen und das alte Blau ab. Es präsentiert sich im strahlenden Weiß. Skizze: Architekt Heiner Schreml

Unbestritten. Das Bekleidungshaus Wöhrl ist der geschäftliche Magnet am Unteren Markt. Und das seit fast 30 Jahren. Jetzt verpasst sich das "Haus der Markenkleidung" wieder ein neues Outfit. Und das wird das Gebäude lange tragen. Denn Wöhrl verlängerte den Mietvertrag um 15 Jahre. Das gibt der Altstadt Sicherheit.

Im September machen sich die "Schneider", sprich Handwerker, an die Arbeit, kündigt Architekt Heiner Schreml an. Er hatte zu Beginn und Mitte der 80er Jahre für die Eigentümer Klaus Conrad und Diplom-Kaufmann Heinz Weiß aus dem einstigen "Café Ubrig" und dem "Mädl"-Anwesen das neue Wöhrl-Domizil kreiert. Dabei gelang es ihm mit den Investoren und der Stadt Weiden, die immerhin gut 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche "kleinteilig, im Maßstab der Altstadt" unterzubringen, sie zeitgemäß in das historische Umfeld einzupassen. Mit dem Landesamt für Denkmalpflege gab es dabei einen starken "Abstimmungsbedarf".

Lisenen abgeklopft

Deshalb waren damals auch einige Kompromisse nötig. Schreml bezeichnet die nun geplanten Veränderungen am "Mädl"-Giebel als "nötige Korrekturen", die inzwischen auch das Landesamt für Denkmalpflege gerne mitträgt.

Verschwanden die beiden Säulen im Eingang schon im Jahr 2003, so sind nun deren optische Weiterführung, die "Lisenen", an der Reihe. Die vier vertikalen Zierelemente, die ab dem zweiten Obergeschoss sieben Zentimeter aus der Fassade springen und bis hinauf zum Ortgang reichen, werden gänzlich "abgeklopft".

"Auf dieser Seite der Altstadt gibt es diese Lisenen eigentlich nicht. Sie waren ein aufgezwungenes Architektur-Detail, das nicht zur Altstadt und nicht zum Haus passte", betont Schreml. Der gesamte Giebel solle künftig als normale "Lochfassade" erscheinen. Die von den Lisenen befreiten Flächen werden geputzt, schadhafte Stellen behoben. Die Fassadenfarbe wechsele dann vom Blau ins Weiß. Auch das Ubrig-Anwesen werde gestrichen. Die hinteren Gebäudeteile in der Hutergasse sowie im Rosengäßchen tragen künftig ebenfalls "klassisches Weiß".

Seit 1987 residiert Wöhrl am Unteren Markt. Das Unternehmen belässt es nicht nur bei Veränderungen an der Fassade, sondern stärkt die inneren Werte des starken Magneten. Mehr wird derzeit nicht verraten.
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.