Wohnheim wird verkauft

Es war eine Art Geburtsfehler. Als vor knapp zehn Jahren die Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden die Krankenhäuser in eine gemeinsame Selbstständigkeit entließen, gaben sie ihnen in erster Linie gute Wünsche mit auf den Weg. Jetzt fehlt Geld.

Gut, Bürgschaften waren auch dabei. Auf die Ausstattung mit finanziellen Mitteln, sprich Liquidität, wartet die Kliniken Nordoberpfalz AG bis heute aber vergeblich. Die Folge: Es sind Zwischenfinanzierungen notwendig. Die kosten Geld. Zu stemmen ist die Lage nur, weil die Zinsen seit geraumer Zeit so niedrig sind. Jetzt aber soll die Liquidität verbessert werden. Dazu hat der Aufsichtsrat in seiner letzten Sitzung drei Vorgehensweisen beschlossen. So will sich die Kliniken AG möglichst von allen Gebäuden und Liegenschaften trennen, die nichts direkt mit dem Kerngeschäft Krankenpflege zu tun haben. Dazu gehören zum Beispiel die Schwesternwohnheime in Weiden und in Eschenbach.

Gegenüber dem "NT" bestätigte Vorstand Josef Götz, dass diese zum Verkauf angeboten werden sollen. Ferner soll die Frage geklärt werden, wie die Aktionäre, also die Landkreise und die Stadt Weiden, ihren Beitrag zur besseren finanziellen Ausstattung der AG leisten können. Dazu wird bis Oktober dieses Jahres ein Zukunftskonzept 2020 entwickelt, das unter anderem Kapitalbedarf und Finanzierung darstellt. Schließlich sollen auch die Beschäftigten zur Steigerung der Liquidität beitragen und sich in die AG einbringen. Das bedeutet Reallohnverzicht und lässt schwierigste Tarifverhandlungen erwarten. Götz bietet dafür an: keine betriebsbedingten Kündigungen, keine Ausgliederungen, sondern weitern Tarife des öffentlichen Diensts.
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