Würde Älterer respektieren
Briefe an die Redaktion

Eine Leserin schreibt zum Bericht "Weiter wohlfühlen in Weiden" (19. September), der sich mit möglichen Einsparungen im Seniorenbereich beschäftigt:

Mit Interesse verfolge ich alle Entwicklungen in der Stadt Weiden. Dabei liegen mir die Rahmenbedingungen für Seniorinnen und Senioren besonders am Herzen. Die Zusicherung am Konzept des Maria-Seltmann-Hauses nicht zu rütteln, ist mir wichtig.

Bei der Auswertung der Fragebogenaktion bitte ich aber, genau hinzusehen. Die SPD hat schon einmal in den stationären Einrichtungen nachgefragt. Hier gilt es, besonders nochmals die Bedarfsfrage zu beleuchten. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass ältere Menschen sich "leichter arrangieren" mit den Rahmenbedingungen. Die Würde des Menschen muss auch im Alter respektiert werden. Für mich ist damit die häufige Unterbringung im Doppelzimmer nicht vereinbar. Ich bin gespannt darauf, welche Antworten und Hinweise die Auswertung der Fragebogenaktion zutage fördert.

Ulla AlbertWeiden

Integrierte Vertriebene

Zu den Vorurteilen gegenüber Asylbewerbern schreibt ein Leser:

Am 27. September ist der Tag des Flüchtlings. Viele Menschen aus Krisengebieten wie Syrien oder dem Irak kommen derzeit nach Deutschland, um dort Schutz für ihr Leben und das Leben ihrer Familien zu suchen. Was sie in ihren Heimatländern erwartet sind Unterdrückung, Folter und Tod. Diese Menschen mussten Gefahren und große Entbehrungen auf sich nehmen, um nach Deutschland zu kommen. Vielerorts werden sie wohlwollend empfangen. Gleichzeitig haben große Teile der deutschen Bevölkerung noch immer Vorurteile gegenüber Asylbewerbern, die oftmals aus einer Angst vor dem Unbekannten und Fremden herrühren. Es wird oft gefordert, Deutschland könne sich nicht um die ganze Welt kümmern.

Was dabei vergessen wird: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kamen viele Menschen nach Deutschland, die aus ihrer ehemaligen Heimat vertrieben wurden. Auch sie führten in der Regel wenig mehr mit sich, als die Kleider, die sie am Leib trugen. Gerade die Oberpfalz als grenznahe Region musste viele Vertriebene aufnehmen.

Die ersten Jahre in Deutschland lebten viele der Personen unter menschenunwürdigen Zuständen, zusammengepfercht auf engstem Raum in Baracken. Diese waren oft kaum isoliert, die kalten Winter wurden zur Tortur. Auch die hygienischen Zustände waren katastrophal. Darüber hinaus wurden die "Neubürger", wie sie damals genannt wurden, von der alteingesessenen Bevölkerung zunächst sehr kritisch beäugt. Musste man doch die wenige Nahrung, die man hatte, auf einmal noch mit zusätzlichen Leuten teilen. Außerdem erschienen die neuen Nachbarn durch ihre Kleidung, ihren Dialekt und möglicherweise eine andere Konfession als Fremdkörper in der Gemeinschaft.

Heute, über 60 Jahre später, erinnern in der Regel nur noch Straßennamen wie "Sudetenstraße" oder "Schlesierstraße" an dieses Kapitel der deutschen Geschichte. Die ehemaligen Flüchtlinge wurden mit der Zeit in die Gesellschaft integriert und sind mittlerweile ein fester Bestandteil von ihr geworden.

Die Ressentiments, die man dem Fremden damals entgegen brachte, sind vergessen.

Lorenz Burgeramnesty, Weiden

Alles Müll

Zum Leserbrief von Franz Bäumler "An Jugend denken" in der Samstagsausgabe.

Jawoll, alles in den Müll, das Land zugemüllt, das Meer zugemüllt! Darin sind wir gut! Weg mit dem Grün! Wer braucht das denn! Die Flächen versiegelt - es gibt doch eine Ausgleichsfläche! Nur leider hilft eine Ausgleichsfläche in Franken uns Weidenern gar nichts, nicht den Alten und auch nicht der Jugend. "Erst wenn der letzte Baum gefällt ist ... werdet ihr sehen, dass man Geld nicht essen kann." Wir kennen alle diesen Spruch, und wir wollen nichts davon wissen.

Guad Nacht!

Irene KassubekWeiden

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