Würdig, aber auch schön

Den Vertretern der Preisträger gratulierten Landrat Richard Reisinger (Mitte) sowie die Fachberater Michaela Basler (rechts) und Arthur Wiesmet (Vierter von rechts). Bild: fm

Ist es paradox, bei "Unser Dorf soll schöner werden" sich den Friedhöfen zuzuwenden? Nein, denn der Friedhof gehört seit vielen Generationen zur Kultur unseres Daseins. Er verbindet als Ort der Begegnung die Lebenden mit den Toten. Und gibt der Trauer einen würdigen Ort.

Im Saal des Gasthofs Goldener Hahn kamen alle zusammen, die beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" gewonnen haben. Auch die jeweiligen Bürgermeister, Vertreter von Ämtern (Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Bauernverband und Fachberater) sowie Obst- und Gartenbauvereinen nahmen daran teil.

Zeichen der Zeit erkannt

Während des Essens zeigten die Bilder von 15 Friedhöfen aus elf Gemeinden, wie vielschichtig die letzten Ruhestätten gestaltet sind. Landrat Richard Reisinger sagte, die gesellschaftlichen Veränderungen wirkten sich auch auf die Bestattungskultur aus. Kommunen oder Kirchen als Träger von Friedhöfen kämen nicht umhin, dafür Lösungen anzubieten. Der Wettbewerb soll helfen, sich an Beispielen zu orientieren. Schon die Beteiligung zeige, dass man die Zeichen der Zeit erkannt habe.

Fürnried als gastgebender Ort sei stolz auf die beste Bewertung, sagte stellvertretender Bürgermeister Reinhard Kohl. Den vom Obst- und Gartenbauverein gepflegten Ruheort um die Martinskirche bezeichnete er als ein Schmuckstück. Der Chor "Zusammenwachsen" unter der Leitung von Sandra Maderer leitete mit besinnlich-frohen Weisen zur Vorstellung des Wettbewerbs über. Diese Aufgabe übernahm die Organisatorin, Kreisfachberaterin Michaela Basler. Sie gab Einblicke in die Friedhofskultur, von der Antike über die Einführung von Begräbnisstätten durch Kaiser Karl den Großen bis hin zu heute. Die Kultur der Trauer, der Erinnerung und des Gedenkens habe eine eigene Tradition geschaffen. Hatten diese bisher die Familien aufrecht erhalten, wird dies laut Basler in Zukunft immer schwieriger. So werde die Grabpflege bei der Landflucht junger Leute zu einer Belastung. Als Ausweg böten sich Urnengräber und -wände an. Im Kommen sei auch der Freiwald. All dies müssten die Träger von Friedhöfen beachten. Für Michaela Basler trägt auch die Gestaltung von Ruhezonen mit Bänken zur Kommunikation untereinander dem menschlichen Bedürfnis zur Trauerbewältigung bei.

Bronzeplaketten verliehen

Landrat Richard Reisinger überreichte den drei Siegern des Wettbewerbs die Anerkennungsprämien. Die Bronzeplaketten sollen in den Friedhöfen an geeigneter Stelle angebracht werden, sagte er. Zusätzlich zur Urkunde gab es eine Spende für die Träger der Friedhöfe, damit diese etwaige Verbesserungen in Angriff nehmen könnten. Blumen zum Dank bekamen die Jurymitglieder und die Fachberater.

Der frühere langjährige Fachberater Peter Göschel freute sich, den Fürnriedern zum ersten Platz gratulieren zu dürfen. Er sei ihnen bereits in seiner Amtszeit beim Wettbewerb "Schönstes Dorf der Oberpfalz" zur Seite gestanden. Landrat Reisinger dankte nicht nur allen Beteiligten, sondern spornte sie an zu einer künftigen guten Friedhofpflege.
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