Zahl der Abc-Schützen in Weiden sinkt von 329 auf 293 - Rehbühlschule trifft es hart
Um eine Klasse schlechter

In vier Monaten nehmen 293 Abc-Schützen an ihrer Grundschule (wie hier 2014 in der Hans-Sauer-Schule Rothenstadt) Platz. Das sind 36 weniger als noch im Vorjahr. Archivbild: wsb
(mte) An diesen Anmeldezahlen hat die Rehbühlschule sicher zu knabbern. Denn ab September beginnen dort nach dem vorläufigen Stand nur 39 Abc-Schützen ihre Schulkarriere - und damit 21 weniger als noch im Vorjahr. Umgerechnet könnte so eine ganze Eingangsklasse wegbrechen. Erklärbar ist das für Schulrätin Christine Söllner nicht: "Ich weiß beim besten Willen nicht, woran dieser hohe Rückgang liegt."

Welche Folgen die Zahlen für die Klassenbildung - Kombi-Klassen mit einer Mischung aus Erst- und Zweitklässlern oder Regelklassen - haben, ist laut Söllner zu diesem Zeitpunkt an nahezu allen Schulen noch unklar. Außer an der Albert-Schweitzer- und der Clausnitzerschule. Erstere nimmt bereits im vierten Jahr am Schulversuch "Flexible Grundschule" teil. Die Folge: Die Jahrgangsstufen eins und zwei werden weiter vollständig zu einer gemeinsamen Eingangsstufe vermischt. Regelklassen gibt es nicht mehr. So hält es seit 2014 auch die Clausnitzerschule.

Insgesamt müssen sechs der sieben Weidener Grundschulen mit weniger Erstklässlern kalkulieren. In der Folge sinkt die Zahl der Abc-Schützen in Weiden im Vergleich zu 2014 von 329 auf 293. Mit einem Erstklässlerrückgang um 58 Prozent trifft es die Rehbühlschule aber mit Abstand am härtesten. Den meisten Grundschulen werden, absolut gerechnet, nur jeweils zwei Schüler im Vergleich zum Vorjahr abgehen.

Die rückläufige Gesamtzahl der Erstklässler beurteilt Schulrätin Söllner übrigens als "normale demografische Entwicklung". Es gebe eben stärkere und weniger starke Jahrgänge. Außerdem könne sich jederzeit noch etwas an den Zahlen ändern. Zum Beispiel wegen Gastschulanträgen, Zu- und Wegzügen sowie - und das ist neu - "insbesondere wegen ankommender Asylbewerber".

Der letzte Punkt könnte schnellere und größere Veränderungen bei den Zahlen der Erstklässler zur Folge haben, als es sie jemals zuvor gegeben hat, mutmaßt Söllner. Positive Auswirkungen hätte das aber vermutlich allein auf die Albert-Schweitzer-Schule. Sie liegt im Sprengel des Camp Pitman, wo noch im Frühjahr zusätzliche Container für die Unterbringung weiterer Asylbewerber in Weiden aufgestellt werden.

Damit würde aber auch die Grundschule profitieren, die als einzige in der Stadt ein klein wenig der aktuellen Entwicklung trotzt: In den Klassenzimmern am Stockerhutweg wird es 2015 zwei Abc-Schützen mehr geben als noch 2014.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/schuelerschwund
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