Zank um Zutaten

Allergikern soll sie Erleichterungen bringen. Die Wirte bringt eine neue EU-Verordnung dagegen zum Kochen.

Der Stichtag rückt näher: Ab 13. Dezember tritt die EU-Verordnung zur Allergenkennzeichnung in Kraft. Sie betrifft Lokale, Gaststätten sowie Imbissstände, Metzgereien und Bäckereien. Sie müssen von da an allergieauslösende Zutaten in ihren Produkten kennzeichnen. Dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Weiden-Neustadt schmeckt die Umsetzung der Verordnung gar nicht, wie bei einer Sitzung im "Schützenhaus" deutlich wurde.

Nur das Beste

Jeder Wirt sei bemüht, seinem Gast nur das Beste zu servieren, erklärte Vorsitzender Robert Drechsel bei dem Treffen. Für viele Wirte und Lokalbetreiber aus der Region bringe die neue Verordnung jedoch zu viel Bürokratie. Denn zukünftig müssten die Gäste auf der Speisenkarte über allergieauslösende Zutaten informiert werden.

"Wenn man vormittags erst die frischen Zutaten einkauft, bedarf es größter logistischer Anstrengung, um eine Tageskarte zu aktualisieren. Vielleicht sollen wir ein Lebensmittelhandbuch präsentieren anstatt einer Speisekarte", monierten Versammlungsteilnehmer. Und: "Wer übernimmt die Verantwortung, wenn ein Gast eine andere Beilage wünscht?" Ebenfalls anwesend war Sternekoch Hubert Obendorfer (Restaurant Eisvogel). Er erklärte, er habe Verständnis für Allergiker, die Fragen nach möglicherweise gefährlichen Zutaten lieber in einem persönlichen Gespräch klären wollen. Obendorfer plädierte für eine extra Karte für Allergiker, wobei diese im Sinne der Gäste bezahlbar bleiben müsste.

Unkenntnis beklagt

Eine mündliche Belehrung der Gäste durch geschultes Personal - wie in Österreich praktiziert - reiche dabei in Deutschland nicht, erläuterte Dehoga-Geschäftsführer Ulrich Korb aus Regensburg. Auch die Ämter seien zu wenig auf die Neuerung vorbereitet, erläuterte ein Lokalbetreiber.

Immerhin eine Hilfestellung bekamen die Teilnehmer: Der Verband überreichte ihnen eine Liste mit Stoffen, die auf der Speisekarte gekennzeichnet werden müssen. Die Zutaten, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können (oder Erzeugnisse daraus): Eier, Milch, Erdnüsse, Fisch und Krebstiere, glutenhaltiges Getreide, Lupine, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen, Sojabohnen, Schwefeldioxyd und Sulfite sowie Weichtiere.
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