Zehnjähriger verstummt

Es gibt Ladendiebe, die sind erst zehn Jahre alt und stumm wie ein Fisch. Es gibt aber auch einfühlsame Polizisten, die wissen, was zu tun ist. Auch, wenn ihnen dabei fast die Hutschnur reißt.

Ertappt. Eine Wollmütze im Wert von 23 Euro hatte ein Junge am Dienstag gegen 16 Uhr in einem Bekleidungsgeschäft in der Bürgermeister-Prechtl-Straße mitgehen lassen wollen. Die Beschäftigten riefen die Polizei. Doch als die eintraf, gab sich der Ladendieb laut Polizeisprecher Karl Gaach "stumm wie ein Fisch". Entsprechend schwierig gestaltete sich die Abfrage der Personalien.

Die paar Wortfetzen, die der Junge später doch noch hervorbrachte, waren in miserablem Deutsch. Weitergebracht haben sie die Beamten nicht wirklich, persönliche Dokumente suchten sie bei dem Ladendieb vergeblich. "So blieb der einfühlsamen Polizeibeamtin und ihrem Kollegen nichts anderes übrig, als mit dem Kind zu einer Stadtrundfahrt aufzubrechen", heißt es im Polizeibericht. Und: "Die Fahrt im Streifenwagen genoss der Ladendieb augenscheinlich sehr." Nur eine Straße wollte der Junge dabei nicht wiedererkannt haben. Schließlich hätten die Einsatzkräfte "leicht genervt" die Polizeiinspektion angesteuert. Dort kontaktierten sie eine Dolmetscherin für Rumänisch und baten die Frau um Hilfe. Am Telefon sprach sie zunächst sehr einseitig auf den Jungen ein. Mit zunehmender Gesprächsdauer aber wurde der Junge gesprächiger. Und nicht nur das.

"Er verbesserte zudem hörbar seine deutsche Ausdrucksweise", weiß der Polizeisprecher. Und nicht nur das. Überraschend erinnerte sich das Kind, wo es in Weiden wohnt. "Nach sage und schreibe vier Stunden konnte der zehnjährige Rumäne seiner Mutter übergeben werden."
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