"Zeichen der Solidarität"

Zum "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" am Dienstag, 25. November, plant das Frauenforum ein großes Programm. Zu den Organisatorinnen gehören Sigrid Künkler (von links), Margit Konze, Monika Langner, Gertrud Bäumler-Lenz, Barbara Mädl und Bettina Hahn. Bild: fku

Gewalt gegen Frauen gibt's vielleicht anderswo, aber nicht hier? Die Erfahrungen des Frauenforums Weiden-Neustadt sind da leider ganz anders. Anlässlich eines Gedenktags will es deshalb auf das Problem aufmerksam machen und Hoffnung spenden - mit einem leuchtenden Programm.

Der Anlass war ein brutales Verbrechen in der Dominikanischen Republik (Infokasten ). Seit 1999 ist der 25. November deshalb der "Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen". Übergriffe in verschiedensten Formen, körperlich oder seelisch, gehören ebenso in Weiden und der Umgebung zum traurigen Alltag, wie beispielsweise die hohen Belegungszahlen im Frauenhaus zeigen. "Das ist auch ein regionales Problem", berichtet Gertrud Bäumler-Lenz von der Telefonseelsorge, die zugleich beim Frauenforum Weiden-Neustadt engagiert ist.

In Weiden will das Forum daher zusammen mit Amnesty International (AI) am Dienstag, 25. November, an Diskriminierung und Gewalt - vor Ort und weltweit - erinnern. Engagiert sind dabei Vertreterinnen der evangelischen Frauenarbeit, des katholischen Frauenbundes sowie der Gleichstellungsstellen aus Stadt und Landkreis.

Beginn ist um 16.30 Uhr am Vorplatz von St. Josef. Nach einer Einführung in das Thema durch Waltraud Jäger folgt eine Lichterprozession zur Michaelskirche. Der ökumenische Gottesdienst, betitelt: "Wandle unsere Tränen in Hoffnung", beginnt um 17 Uhr (mit Musik von der Band "At Light"). Anschließend, gegen 18 Uhr, gibt es noch die Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch im benachbarten Kulturzentrum Hans Bauer. Die Regie für den Gottesdienst hat die Religionspädagogin des evangelisch-lutherischen Dekanats, Bettina Hahn. Zunächst werden dabei Frauen zu Wort kommen, die selbst Leid und Gewalt erlebt haben, erläutert Hahn bei der Programmvorstellung des Tages. Aber auch Gäste, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, sollen ihrer Betroffenheit Ausdruck verleihen können.

Es wird aber nicht dabei bleiben: Thema soll auch sein, wie Frauen mit dem Erlebten umgehen und aus der Situation wieder herauskommen können. Durch Hilfsprojekte. Vielleicht aber auch durch Glauben. Hahn: "Es ist wichtig zu wissen, wenn man Grund, Halt verloren hat: Da gibt es jemanden, der einen wieder auffangen will - Gott."

Daneben wird in der Kirche eine kleine Ausstellung präsentiert (noch bis Anfang Januar im Gotteshaus zu sehen). Sie zeigt Einrichtungen, bei denen Frauen Hilfe finden: AI, Telefonseelsorge und Frauenhaus. Ebenfalls zu sehen sind Informationen über Dornrose. Der Verein gegen sexualisierte Gewalt startet am 25. November zudem eine Postkarten-Kampagne. Damit will Dornrose für eine Reform des Sexualstrafrechts werben. Es sind also viele Themen, die da an einem Tag zur Sprache kommen. Letztlich, so fasst Margit Konze vom Frauenbund zusammen, gehe es aber bei allem um eins: "Ein Zeichen der Solidarität unter Frauen."
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.