Zeichen für einen notwendigen Waldumbau

Thomas und Helga Verron sind sich einig, dass die Fichten durch Trockenstress auf besonders flachgründigen Böden zunächst von der Kronenspitze her vom kleineren Borkenkäfer, dem Kupferstecher befallen werden, der die Bäume weiter schwächt und für den tödlichen Buchdruckerbefall vorbereitet. Dieser schädigt die grüne Lebensschicht des Baumes direkt unter der Rinde, das Kambium. In den befallenen Bäumen sind laut Thomas Verron alle Entwicklungstadien zu finden, von weißen Larven bis hin zu hellbraunen, nahezu ausflugfertigen Käfern. Das an der Waldstraße liegende Holz muss sofort weiterbehandelt werden. Eine schnelle Abfuhr aus dem Wald, eine sofortige Entrindung oder im äußersten Notfall eine spezielle Insektizidbehandlung sind die Schritte. Das Gipfelmaterial sollte am besten gehackt werden. "Insbesondere auf den kritischen Standorten soll man Fichten auf etwaigen Befall kontrollieren", fordert Verron. Kronenverfärbungen, Harzausfluss als Abwehrreaktion der Bäume und an den Stammfuß herabrieselndes braunes Rindenbohrmehl sind klare Merkmale. Die Befallsstandorte weisen deutlich darauf hin, dass die Fichte auf den flachgründigen Böden nicht standortgemäß ist. "Der Borkenkäfer zeigt die vieldiskutierte Notwendigkeit des Waldumbaus hinsichtlich des Klimawandels - also überhaupt kein unnatürlicher Prozess", so Helga Verron. "Im Wassertal bei Leidersdorf sieht man schon die in jetzt altfichtenlosen Hangbereichen nachwachsende neue Waldgeneration aus standortangepasster Buche."
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