Zersplitterung der Tariflandschaft beklagt - Ehrungen
Ernstberger bleibt Komba-Vorsitzender

Alfons Ernstberger (links) und Alois Schröpf (rechts) gratulierten Hermann Legat zum Komba-Ehrenvorsitzenden. Bild: R. Kreuzer
Mit einem verbalen Rundumschlag sprach der alte und neue Vorsitzende Alfons Ernstberger bei der Jahreshauptversammlung der Gewerkschaft Komba einige Themengebiete an. So stellte er im Vereinsheim Almrausch zum Streik der GdL fest, dass alle miterleben durften, wie Medien, Politiker, Berufene und Unwissende ihren "Senf" beigesteuert hätten. Schlagworte wie Daseinsvorsorge, ein Betrieb ein Tarifvertrag und Schlichtung seien munter durcheinander geworfen worden. "Eine Zwangsschlichtung wird es meiner Meinung nach niemals geben können. Der Weg einer Tarifauseinandersetzung ist klar geregelt." Ernstberger sprach in seinem Rückblick ferner an, dass die Wirtschaft boomt, jedoch die Arbeitnehmerrechte gleichzeitig eingeschränkt werden sollen. Beamte würden für nicht mehr zeitgemäß und notwendig erachtet. "Der Gipfel der Naivität ist der Aktionismus der CSU: Als Reaktion auf den tagelangen Streik der Bahn will die CSU die Tarifpartner in Zukunft per Gesetz zu einem Schlichtungsverfahren zwingen."

Schwer vermittelbar

Gerade in den Zeiten von Wiederbesetzungssperren und Personalabbau gewinne das Thema Lebensarbeitszeitkonto mehr an Bedeutung. "In den letzten Jahren hat sich mehr eine Zersplitterung der Tariflandschaft breitgemacht, was die Arbeitgeber zu verantworten haben." Arbeitgeber wollten damit Einsparungen durchsetzen. So komme es fast ständig zu irgendwelchen Tarifverhandlungen und auch Warnstreiks. "Dies erschwert nicht nur unsere gewerkschaftliche Arbeit, sondern kann der Bevölkerung nur schwer vermittelt werden", sagte Ernstberger.

Stellvertreter Harald Wolfrath fand in einem Groschenroman bemerkenswerte Parallelen zur Stadt. Im Westernstädtchen gebe es einen Mächtigen, der über alles bestimme. Bei der Unterstützung der eigenen Mannschaft seien viele begeistert, einige hätten Bedenken, seien aber zu feige, um sich zu distanzieren. Nur wenige stellten sich auf die Seite des Rechts oder der Schwächeren. "So kann man die Mächtigen durch Dezernenten, die Mannschaft durch Führungskräfte und die Honoratioren durch den Stadtrat ersetzen. Die Guten dann durch Personalrat und Gewerkschaft." An Hand von Kinderhaus, Regionalbibliothek und Musikschule zeigte er Beispiele auf. Sabine Zenger berichtete aus der Arbeit mit den Kliniken.

In kleinste Betriebe gehen

Hans-Dieter Schulze, stellvertretender Landesvorsitzender, kündigte an, um Forderungen zu untermauern, werde man auch in die kleinsten Betriebe gehen und mit den Beschäftigten diskutieren.

Bei den Neuwahlen wurde Alfons Ernstberger wieder einstimmig als Vorsitzender gewählt. Stellvertreter bleiben Harald Wolfrath und Sabine Zenger. Als Kassiererin wählte die Versammlung Ursula Luther, die Protokolle schreibt Sylvia Pfeffer. Jugendvertreterin wurde neu Sandy Klughardt, als Seniorenbeauftragter ist Hermann Legat eingesetzt. Die Kasse prüfen neu Eva Lindner und Hans Gallersdörfer. Als Beisitzer fungieren Renate Bauriedl, Alexander Eismann, Alexander Grundler, Manfred Meßner, Michael Weiß und Andreas Windschüttl.
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