Ziel: "Nummer 1" unter Banken

Das Führungs- und Aufsichtsgremium der Volksbank Nordoberpfalz mit Vorstand Rudolf Winter, Felix Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzendem Josef Kürner, Peter Grießl, Liane Birner, Harald Gollwitzer, Martin Stangl und Direktor Gerhard Ludwig (von links). Bild: Wilck

Innerhalb von zehn Jahren hat die Volksbank Nordoberpfalz das Eigenkapital fast verdreifacht und die Bilanzsumme mehr als verdoppelt. Mit 951 Millionen Euro (plus 4,4 Prozent) kratzt die Bilanz 2014 an der Grenze von 1 Milliarde Euro.

Weiden. (cf) Mit erneut starken Zuwächsen in den Kernbereichen verabschiedete sich Direktor Gerhard Ludwig bei der 89. Vertreterversammlung in der Max-Reger-Halle: Der 66-Jährige geht Ende 2015 in den Ruhestand. Im vergangenen Jahr stiegen die Einlagen um 3,5 Prozent auf 688 Millionen Euro, die Ausleihungen um 8,7 Prozent auf 662 Millionen Euro. Die Ausleihquote beträgt - rekordverdächtig - fast 70 Prozent der Bilanzsumme. Mit den Wachstumsraten liegt die Volksbank Nordoberpfalz deutlich über dem Schnitt der genossenschaftlichen Banken in der Oberpfalz, in Bayern und in Deutschland.

Der operative Gewinn (Gesamtbetriebsergebnis) macht mit 10,3 Millionen Euro vor Steuern mehr als ein Prozent des Geschäftsvolumens aus. Die Verwaltungskosten liegen weit unter dem bayerischen Durchschnitt. Dieser Gewinn erlaubt der Volksbank eine Erhöhung des Eigenkapitals um 5,7 Millionen auf 96 Millionen Euro. Ludwig: "Ausreichendes Eigenkapital bildet für uns die Voraussetzung, dass wir für den Mittelstand der Region aktive Kreditpolitik betreiben können." Die Zahl der genossenschaftlichen Mitglieder erhöhte sich um 250 auf 9435. Sie erhalten eine Dividende von 3 Prozent. Besonders freute sich der scheidende Direktor über den Netto-Zuwachs von 654 Neukunden auf insgesamt 35 560 - trotz abnehmender Bevölkerung im Geschäftsgebiet Weiden-Neustadt/WN-Tirschenreuth.

Ohne Risiken geht es nicht

Von den neu genehmigten Krediten entfällt das Gros mit 303 Millionen Euro auf Firmen, 52 Millionen Euro flossen an Privatkunden. Die Insolvenz von zwei Unternehmen hatte Wertberichtigungen von 1,76 Millionen Euro zur Folge. "Kreditgeschäfte ohne Risiken gibt es nicht", meinte Ludwig. Für den Mittelstand der Nordoberpfalz will die Volksbank die "Nummer 1" sein.

Obwohl sich die Zahl der Depots von 2192 auf 1977 verringerte, stieg der Wertpapierumsatz von 46,4 auf 52,9 Millionen Euro. Ludwig: "Ab einem bestimmten Geldvermögen gehören - auch bei einer konservativen Risikoeinstellung - Aktien, Fonds und Immobilien ins Portfolio." "Schwierig" verlief das Reise-Vermittlungsgeschäft im City-Reisebüro. "Reich werden kann man damit nicht", sagte Ludwig.

Weg von Glastrennwänden

"Wir sind im Immobilien-Geschäft die Nummer eins am regionalen Markt", verwies Gerhard Ludwig auf 94 vermittelte und 73 vermietete Objekte durch die City-Immobilien. Die hundertprozentige Tochter erzielte 0,81 Millionen Euro an Provisionen und erwirtschaftete einen Gewinn von 235 000 Euro. Erhebliche Investitionen stehen an den Standorten Altenstadt/WN (Neubau), Wörthstraße 9 in Weiden (Entkernung des II. Obergeschosses) und Knorrstraße in Neustadt/WN (grundlegende Erneuerung) an. In der Wörthstraße 9 soll die bisherige Apotheke ein Service- und Beratungszentrum werden. Ludwig sieht die Geschäftsstellen als "Marktplatz" und will "weg von Barrieren und Glastrennwänden".

Vorstand Rudolf Winter zitierte den Prüfbericht des Genossenschaftsverbands Bayern: "Hoher Anteil an Kundenkrediten", aber "vertretbares Risiko". Es gab den "uneingeschränkten Bestätigungsvermerk".
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