Zivilcourage greifbar machen

Mit einem Mix aus kreativen und technischen Möglichkeiten setzten sich die Schülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums unter anderem mit dem Begriff "Zivilcourage" auseinander und präsentierten es Besuchern. Bild: uz

Die Schülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums füllen die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus und mit Zivilcourage" mit Leben. Dabei setzen sich die Jugendlichen mit den Begriffen "entartete Kunst" und Homophobie auseinander.

"Wir wollten den umgekehrten Weg gehen. Wir wollten den Leuten zeigen, welche Menschenverachtung und welche Gewalt hinter dem Begriff 'Entartet' steht", betonte Studiendirektor Dieter Funk, der am Elly-Heuss-Gymnasium das P-Seminar Kunst zum Thema "Entartet" leitete. Deshalb bauten die Schülerinnen eine Installation. Diese führte vom Untergeschoss bis hinauf in den ersten Stock.

Die zwölf Teilnehmerinnen des P-Seminars stellten sie den Besuchern vor. Die Thematik wurde demonstriert am Beispiel einer nachgestellten Bücherverbrennung. Gleich daneben war eine Gasse mit beschrifteten Blättern angelegt, die darstellen sollte, wie auf moralischen Werten herumgetrampelt werde. Erst am Ende der Gasse: die letztlich befreiende Freiheit. Das Obergeschoss zeigte das genaue Gegenteil solch dumpfer Gesinnung. Gedichte erzählten von Gewaltlosigkeit und Schönheit.

Die Ausstellung zielte auf die Feststellung: "Wir sind alle Individuen. Die eine kann gut zeichnen, die andere gut fotografieren, die andere gut malen, die andere gut plastisch arbeiten. Jede sollte ihre persönliche Stärke finden." Das P-Seminar Kunst war kombiniert mit einer Ausstellung des P-Seminars Sozialkunde.

Hier beschäftigten sich acht Teilnehmerinnen unter Leitung von Studienrätin Sabine Hoffmann mit den Themen Homophobie, Diskriminierung, Whistleblowing und Zivilcourage. Das Warum lag auf der Hand: Schließlich lautet das Motto am Elly: "Schule ohne Rassismus und mit Zivilcourage". Deshalb war die Kombi-Ausstellung auch so vielfältig und ermunterte zahlreiche interessierte Stadträte, diesem Mix aus kreativen, künstlerischen und technischen Möglichkeiten beizuwohnen. In der Aula stellten die Mädchen Homophobie in einer Art Zeitstrahl von Griechenland bis heute dar. Daneben wurden fünf Interviews mit homosexuellen Personen vorgestellt, die über die Auswirkungen in ihrem persönlichen Umfeld befragt wurden.

Abgerundet wurde das Ganze durch die Auswertung von schulbezogenen Fragen, um die Besucher aufzurütteln. Außerdem war eine Collage mit dem Motto "Weiden zeigt Gesicht gegen Homophobie" ausgestellt. Die abgebildeten Personen stellten sich im Sommer bei einer themenbezogenen Veranstaltung vor dem Schülercafé "Scout" zu Fotos auf.

In einem Nebenraum beleuchteten Schülerinnen die Zivilcourage, die vielen, vor allem Jüngeren, wie bei den Recherchen festgestellt, ziemlich abstrakt erscheine. Anhand von Schildern mit Zitaten wurde deutlich gemacht, welche Vielfalt sich hinter dem Begriff "Zivilcourage" versteckt.
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