Zoll prüft Mindestlohn: Handwerksmeister bittet um "weniger belastende Kontrollen"
Mit Schussweste und Waffe

MdB Uli Grötsch (rechts) traf sich mit dem neuen Kreishandwerksmeister Joachim Behrend (links). Der Händedruck symbolisierte die Einigkeit bei allen besprochenen Themen Bild sbü:
(sbü) Sie wollten sich hauptsächlich nur richtig kennenlernen, kamen dann aber sehr schnell zu den Sachthemen. MdB Uli Grötsch besuchte den neuen Kreishandwerksmeister Joachim Behrend in der Kreishandwerkerschaft in Weiden. Rasch stellte sich heraus, dass zwischen dem SPD-Parlamentarier und dem obersten Handwerksvertreter der Region weitgehend Einigkeit herrscht. Man schmiedete sogar gemeinsame Pläne.

"Der Mindestlohn ist eine gute Sache", sagen beide übereinstimmend. Und Behrend fügte hinzu: "Für uns Handwerker ist das kein Thema, denn fast alle bezahlen deutlich mehr, sonst sind die Fachkräfte nicht zu halten." Als ehemaliger Betriebsrat und heutiger selbstständiger Unternehmer ist Behrend sogar der Meinung: "Der Mindestlohn ist eher zu niedrig." Dass man allerdings auch auf das Friseurhandwerk Rücksicht nehmen müsse, darauf wies der Kreishandwerksmeister zusammen mit seinem Stellvertreter Josef Schlosser ebenfalls hin.

Zufrieden ist das Handwerk auch, weil der Mindestlohn dem Missbrauch Werkverträgen oder Arbeitnehmerüberlassung vorbeuge. Ein wichtiges Anliegen hatten Behrend und Schlosser jedoch und baten den Abgeordneten um Unterstützung: "Helfen Sie uns dabei, die Kontrollen des Mindestlohns durch die Zollbehörden für die Betriebe weniger belastend zu machen." Dabei geht es dem Handwerk sowohl um das Auftreten der Beamten ("Schutzweste und Waffenträger") als auch um die Dokumentation der Arbeitszeiten.

Alle Beteiligten sollten zu einem "Runden Tisch" mit dem Abgeordneten zusammenkommen. "Sehr gerne" will sich Grötsch an dieser Initiative beteiligen "Schließlich möchte ich solche Botschaften auch nach Berlin transportieren."
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