Zu Hause alt werden

Daheim oder Heim? Vor dieser Frage stehen immer noch viele Senioren, wenn die alltäglichen Dinge im Leben immer schwerer fallen. Beim Seniorenempfang in Weiden gab es Lösungsansätze.

Wie können die Älteren den Lebensabend selbstbestimmt und in den eigenen vier Wänden verbringen? Kreative Lösungen und alternative Wohnformen standen im Mittelpunkt des Seniorenempfangs am Freitagabend in Weiden mit Sozialministerin Emilia Müller.

Problem Barrierefreiheit

Moderatorin Ursula Heller vom Bayerischen Rundfunk konfrontierte die Ministerin in der Max-Reger-Halle mit der eigenen Zukunft. Ob sie sich schon Gedanken über die Wohnsituation im Alter gemacht habe. Eine zurückliegende OP habe sie noch einmal für das Thema sensibilisiert, so Müller. "Vor allem in puncto Barrierefreiheit, da muss man heute noch gelegentlich ziemlich kreativ sein."

Die CSU-Politikerin forderte ein Umdenken im Umgang mit den Alten. "Weg von der Defizitsicht, hin zur Kompetenzsicht. Wir können nicht auf diese Lebenserfahrung verzichten". Die heutige Seniorengeneration wolle möglichst lange aktiv und selbstständig leben. "Dafür muss die Politik die Grundlagen schaffen."

Dafür gebe es in Bayern zahlreiche Beispiele: Projekte und Initiativen - wie beispielsweise die Kampagne "Zu Hause daheim", das Modell der Seniorengenossenschaften und die Seniorenakademie Bayern. "Damit bieten wir Schulungen und Fortbildungen für ältere engagierte Menschen an, die sich dann als Senioren-Trainer oder Wohnberater einbringen können. Da erleben wir enormen Zuspruch."

"Alt werden zu Hause" ist möglich. Wie das konkret aussehen kann, darüber informierten fünf Experten, die sich in der alltäglichen Praxis für die Wohn- und Lebensbedürfnisse von Senioren einsetzen. Ob gemeinschaftliches Mietwohnen in einem Mehrgenerationenhaus, ambulant betreute Wohngemeinschaften für Senioren oder die Nutzung von Technik für ein selbstbestimmtes Leben - es gibt Alternativen zum Pflegeheim.

"WG mit Horsti?"

"Vielleicht in eine WG mit dem Horsti?", scherzt Moderatorin Ursula Heller vom BR. Emilia Müller will sich da noch nicht festlegen, Kreativität sei aber immer noch häufig gefragt, wenn man trotz Hilfsbedürftigkeit selbstbestimmt leben wolle.
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