Zu laut, zu leise
Angemerkt

Zu laut - das war das Festival am Samstag im Schätzlerbad offenbar. Wenn so ungewöhnlich viele Bürger bei der Polizei anrufen, weil sie vor lauter Bass-Gewummer keinen Schlaf finden, dann läuft etwas falsch. Nur: Deshalb die Feier für alle Zukunft verstummen zu lassen, wäre verkehrt.

Weiden sollte schließlich schon länger wissen, dass solche Veranstaltungen zwei Seiten haben. Auch bei den Serenaden und um den neuen Festplatz gab es Ärger um Lärm, aber ebenso etliche Leute, die auf diese Schmankerln im Veranstaltungskalender nicht verzichten wollen. Und auch das Festival dürfte etwas sein, das gerade für Jüngere das Leben in der Region attraktiver macht. Selbst wenn dazu nunmal Lärm gehört.

Klar, der sollte künftig nicht mehr so laut schallen wie am Samstag. Aber umgekehrt gehört es zu einer lebendigen Stadt auch, ab und an ein paar Hintergrundgeräusche zu ertragen. Das muss auch der Anrufer lernen, der sich am Samstag bei den Festival-Veranstaltern schon um 19.30 Uhr über den Lärm beschwerte. Das hat mit der Wahrung des eigenen guten Rechts nämlich auch nichts mehr zu tun. Das würde eher dazu führen, dass es bald anderweitig gehörig falsch läuft. Eine Stadt kann schließlich auch zu leise sein.



Hintergrund "Kein Vorwurf" an Veranstalter

Weiden. (fku) Die Veranstalter des Festivals im Schätzlerbad verwahren sich gegen den Eindruck, dass es bei der Feier zu ungewöhnlich vielen Zwischenfällen gekommen sei. Wie berichtet, meldete die Polizei drei - eher glimpfliche - Körperverletzungen, außerdem kollabierte ein junger Mann nach Drogenkonsum. Das meiste müsse sich wohl am Rande oder außerhalb des Geländes ereignet haben, vermutet Organisator Wolfgang Stemmer. Er habe jedenfalls nur von einem Vorfall mitbekommen. Überhaupt habe er sich sehr stark für Sicherheit eingesetzt und unter anderem 30 Security-Kräfte engagiert. Dass sich bei einer solchen Großveranstaltung leider nicht alle Vorfälle vermeiden lassen, bestätigt auch die Polizei. "Da wird keiner dem Veranstalter einen Vorwurf machen", sagt Sprecher Karl Gaach.

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