Zünftige Klänge, gscherter Witz

Die beiden Senioren unter den Musikanten: Alois Lippert aus Tirschenreuth und Hubert Kiener aus Söllitz (vordere Reihe sitzend, links und rechts). OWV-Stellvertreter Hans Fröhlich (Zweiter von links) führte diesmal Regie. Bild: hcz

Schon nach wenigen Minuten war Stimmung in der Strobelhütte. Die "Fraisch-Boum" aus Neualbenreuth, vier stramme Burschen mit drei Blasinstrumenten und einem Akkordeon, spielten beim OWV-Musikantenstammtisch auf, dass es eine wahre Freud' war.

Weiden. (hcz) "Organisator, Initiator und Gschichtln-Erzähler" Franz Hüttner, wie ihn zweiter OWV-Vorsitzender Hans Fröhlich nannte, hatte wieder eine Reihe erstklassiger Volksmusikanten herbeigeholt. Fröhlich dankte bei der Begrüßung der etwa 80 Gäste, die zu später Stunde den Weg auf den Fischerberg gefunden hatten, besonders dem Wirts-Ehepaar Marion und Franz Kick. Vor fast genau vier Jahren hatten sie die Strobelhütte übernommen. Manche Bewährungsprobe hätten sie schon erfolgreich überstanden und nun sei es auch schon der achte Musikantenstammtisch, der bei ihnen stattfinde.

Mit 88 noch putzmunter

Alois Lippert aus Tirschenreuth begeisterte mit seiner Ziehharmonika und althergebrachten Moritaten, die in wenigen Jahrzehnten vielleicht niemand mehr kennen wird. Der vor wenigen Tagen 88 Jahre alt gewordene Gewinner des Weidener Volksmusikpreises 2012 bringt Lieder wie das vom "Alten Bauernkasten" oder "Marille" wie kein Zweiter. Er animierte das Publikum zum Mitsingen und dieses folgte ihm gerne: "Wer koi Geld hat und is niat schöi...". Die "Fraisch-Boum" ließen "Die schöne Oberpfälzerin", das bekannte Lied "Rehragout" und "Owa i schrei Hü" folgen.

Allerlei Witze über die Beziehung zwischen Mann und Frau, dazu passende Lieder wie "Sag ihm das" oder "Bist schon wieder sternenvoll", bot das "Neualbenreuther Zwio", Franz Danhauser und Monika Kunz. Sie erzählten lustige Geschichten mit Gitarre und feiner Stimme. Kleine Witz-Kostprobe gefällig? Fragt Einer beim Zoigl: "Wo hast denn Du dei Frau her?" Brummt der Andere: "Aus der Zeitung. Und dou kummts aa wieder eine."

Die "Wernberger Stubnmusik" spielte harmonische, beschwingte Hausmusik. Mit Zither, Hackbrett und Gitarre kamen der "Wernberger Walzer", die "Krapfenpolka" und die "Kurwalzer Polka" zu Gehör. Hubert Kiener zog mit seiner Steirischen auf wie auf einer Bauernhochzeit. Der 81-Jährige aus Söllitz begeisterte das Publikum nicht nur musikalisch ("Die Gamserln schwarz und braun"), sondern auch mit trefflichen Witzen. Zwischen den Blöcken unterhielt Hüttner mit einigen nachdenklich machenden, meist aber herrlich lustigen Gedichten und Geschichten. Sie handelten vom "Gwirch beim Volksfest", vom "Schwammerlsucher ohne Begabung" oder von einem "Marktbesuch". Auch wurde von Hüttner schlüssig dargelegt, dass "Umweltschutz zu unserer Zeit kein Thema" gewesen ist.
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