Zugabe mit Mundharmonika

Für das Kunstprojekt von Susanne Kempf musizierten Andreas Rüsing, Stephano Grimaldi und Hildegard Zoltziar (von links) in der Maria-Waldrast-Kirche.

Dieses klassische Konzert mit Werken aus unterschiedlichen Epochen hätte einige Besucher mehr verdient gehabt. Hildegard Zoltziar (Sopran), Stephano Grimaldi (Tenor und Orgel) und Andreas Rüsing (Piano) traten in Maria Waldrast für den guten Zweck auf.

Mit dem Benefizkonzert unterstützten die drei Künstler das Ausstellungsprojekt "Denken-Fühlen-Malen". 2008 von MS-Patientin und Malerin Susanne Kempf initiiert, zeigen dabei an Multipler Sklerose erkrankte Künstler ihre Werke. Als Schirmherr des Konzerts begrüßte CSU-Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer die Besucher.

Mit "Festival Toccata" stimmte Andreas Rüsing an der Orgel auf das Konzert ein, bevor Pfarrvikar Pater John Bosco Msafiri einen Willkommensgruß sprach. "Die Himmel rühmen" von Ludwig van Beethoven sang Hildegard Zoltziar auf der Empore, begleitet von Rüsings Orgelspiel. Susanne Kempf informierte über MS, eine Krankheit, die nicht heilbar ist. Ziel aller therapeutischen Maßnahmen sei, dem Patienten ein unabhängiges Leben zu ermöglichen. Gleich vier Mal setzten die Künstler das "Ave Maria" auf. Grimaldi sang das von Tosti in italienischer Sprache. Als Tenor hatte er mit 30 Jahren eine klassische Ausbildung bei Anja Hackl und Annette Lubosch in München begonnen. Der Sohn eines Italieners und einer Deutschen war bereits im Vorjahr beim Weihnachtskonzert in Maria Waldrast zu hören. Nun folgte "Caro mio ben".

Aus eigener Feder

Organist Rüsing glänzte mit einem "Hochzeitsmarsch" aus seiner eigenen Feder. Fünf Musicals hat er komponiert, darunter "Christa", das bei 50 Aufführungen rund 11 000 Besucher lockte. Auf dem Piano spielte er den 1. Satz Sonate für E-Piano. Danach wechselte er wieder an die Orgel und begleitete Zoltziar bei "Ich liebe dich" von Beethoven und "Mariä Wiegenlied" von Max Reger. Auf der Empore sangen sie schließlich im Duett das "Ave Maria" und das "Panis Angelicus", beide von Cesar Franck. Die Weidenerin Hildegard Zoltziar singt nicht nur, sondern spielt auch Trompete, Gitarre und Orgel. Sie erhielt ihre Ausbildung in Operngesang und klassischem Gesang an der Franz-Grothe-Schule, lernte bei Gesangspädagogin Helga Samson und Tenor Werner Compes. Bei Prof. Cheryl Studer belegte sie Meisterkurse.

Zum Abschluss wagte Andreas Rüsing eine Improvisation am Piano, bevor er die Sopranistin beim "Ave Maria" und auch dem Wiegenlied begleitete. Die Zugabe kam von Pfarrvikar John Bosco: Er holte seine Mundharmonika aus dem Jacket und spielte zwei Stücke. Den langanhaltenden Applaus gab es nicht nur für ihn.
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