Zum Abschied nasse Stiefel

Am 17. Dezember übergibt Oberstleutnant Wolfgang Schmidt das Artilleriebataillon 131 an Oberstleutnant Christian Kiesel. Die Zeit in Weiden möchte der 45-jährige Offizier nicht missen. Bild: Wieder

Vier Auslandseinsätze hat Wolfgang Schmidt bewältigt. Seine Erfahrungen sind in seiner neuen Verwendung Gold wert: Der Kommandeur des Artilleriebataillons 131 wechselt nach Leipzig. Er wird das Dezernat internationale Ausbildungskooperation leiten. "Fernziel ist eine europäische Armee." In Weiden hat er aber noch eine "kleine Katastrophe" zu meistern.

Ein unscheinbares Heizungsrohr im Kommandeursgebäude hält Stab und Soldaten auf Trab. Es platzte, flutete über Nacht Erdgeschoss und Keller. Es muffelt im Haus: Heizlüfter brachten die Feuchtigkeit nicht schnell genug aus dem Gebäude. Auch das ist Alltag in der Kaserne, die trotzdem bei den Artillerie-Offizieren und -Unteroffizieren als attraktiver Standort gilt.

"Sie bewerben sich bewusst nach Weiden", so Schmidts Erfahrung. Sehr gut seien das "Klima" für Soldaten in der Bürgerschaft, die Autobahnanbindung sowie die militärischen Bedingungen durch die Standortübungsplätze und Grafenwöhr. Er selbst ist zwar seit knapp zwei Jahren Kommandeur des neu aufgestellten Artilleriebataillons 131. Aber in Weiden selbst war er nur ein gutes Jahr. Der Umzug dehnte sich. "Vorreiter" war die dritte Batterie, die schon 2013 aus Sondershausen nach Weiden verlegt wurde und dann gleich zum Hochwassereinsatz an die Donau ausrückte.

"Wir saßen in Mühlhausen schon auf den gepackten Koffern. Plötzlich kam die Mitteilung, dass sich die Bauarbeiten verzögern." Also Kommando retour und hiergeblieben. Erhebliche Umplanungen mussten folgen. "Erst im letzten Jahr konnten wir komplett umziehen." Die Haubitzen verließen im Juni 2014 den Standort Mühlhausen. "Mit allen Teilen waren wir Ende August 2014 in Weiden." Mit dem ursprünglichen Bataillon, das er übernommen hatte, habe heute die Einheit in Weiden nicht mehr viel gemein. "Wir vereinen jetzt die schießenden und aufklärenden Teile." Oberstleutnant Schmidt, der von Januar bis Juni mit einem größeren Kontingent seines Bataillons im Kosovo war, spricht von einer "erfüllten Kommandeurszeit". "Es gab Phasen, die waren wirklich sehr herausfordernd." Das Bataillon meisterte die Umgliederung, den Umzug, bewahrte und stärkte seine artilleristischen Fähigkeiten, bereitete sich zugleich auf den Auslandseinsatz vor, den es dann erfolgreich meisterte. "Wir hatten Soldaten nicht nur im Kosovo, sondern auch im Irak, Afghanistan und im Sudan." Am Donnerstag, 17. Dezember, meldet sich Oberstleutnant Schmidt aus Weiden ab, übergibt das Bataillon an Oberstleutnant Christian Kiesel. "Ich versichere, dass nasse Stiefel nicht das sein werden, was mich an Weiden und das Artilleriebataillon 131 erinnern wird."

Tag der offenen Tür

Schmidt hinterlässt einen Befehl, den Stab und Soldaten 2016 ausführen: Zum 60-Jährigen des Bundeswehrstandortes lädt das Artilleriebataillon 131 am 18. Juni zum Tag der offenen Tür in die Ostmarkkaserne.
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