Zur Freundschaft gereift

Wahre Freundschaft (von links): Elisabeth Enz, Fritz Kick, Josef Enz und Christa Kick.

Land unter in Weiden am See. Nach starken Unwettern verdarben die Trauben am Stock. Ein Viertel der Ernte ging verloren. Die Winzer in der Weidener Partnergemeinde sind dennoch zufrieden. In ihren Fässern reift gute Qualität. Bei der Weintaufe zeigte sich, dass auch die Patenschaft mit den Max-Reger-Städtern gereift ist - zur Freundschaft.

Bei der Weintaufe gedenkt Bürgermeister Wilhelm Schwartz der Männer, die vor 45 Jahren die Partnerschaft gesucht und gegründet, und jener, die sie fortgeführt und vertieft haben. Einige Senioren aus der Gründergeneration stehen im Winzerkeller im Mittelpunkt: Besonders gewürdigt wird Oberamtsrat Viktor Hoffmann (86), der einst als Verwaltungsleiter der Gemeinde Weiden am See die Partnerschaft mit Leben erfüllt hat. Schon seit 1987 sieht sich Erwin Regner in seiner Nachfolge.

In Sissy Schneider, die wieder die Martini-Fahrt organisierte, hat er in Weiden eine engagierte und ideenreiche Ansprechpartnerin. Gemeinsam tüfteln sie schon am Festprogramm für das 50-Jährige Jubiläum. Dabei soll es eine Rad-Tour von Weiden nach Weiden am See geben. Die Testfahrt ist für Sommer 2015 geplant - und Oberamtsrat Regner will die letzte Etappe mitradeln. Das Training beginnt.

Die See-Weidener betreuen die Oberpfälzer wie immer fürsorglich und überaus liebenswert: beim Kellerschau'n, bei dem die 20 Winzer ihre Weine verkosten lassen, bei der Tagesfahrt ins ungarische Sopron, der eigentlichen Hauptstadt des Burgenlandes, weiter zum Esterhazy-Schloss in Fertöd und in die erfolgreiche Therme St. Martin bei Frauenkirchen, die mitten im Nationalpark Neusiedler-See /Seewinkel liegt.

Und dennoch. Etwas ist diesmal anders in der Partnergemeinde. Ein Schatten liegt über ihr: Die Volksabstimmung über den Neubau eines Sportzentrums ist noch nicht verwunden. Obwohl mit großer Mehrheit im Gemeinderat beschlossen, erzwangen SPÖ und Grüne den Entscheid. Überraschend lehnten 59 Prozent der Bürger das von Bürgermeister Wilhelm Schwartz favorisierte Projekt ab. Seine Rechnung, die Gemeinde könne mit dem Verkauf der stark sanierungsbedürftigen alten Sportanlage den Neubau finanzieren, ging für die Mehrheit der See-Weidener nicht auf. An das Votum ist die Gemeinde zwei Jahre gebunden.

Schwartz gibt die Pläne nicht auf. Der Grund für das neue Sportzentrum ist ja bereits gekauft. Und die Sanierung des alten Sportplatzes lässt sich kaum finanzieren. Zugleich droht der Fußballverein UFC zu zerbrechen, der noch im Sommer sein 60-jähriges Jubiläum feierte: Großgastronom Alois Rechberger, seit Jahrzehnten an der Spitze, zieht sich mit vielen Vereinsfunktionären zurück. Finden sich im Frühjahr keine Nachfolger, droht die Auflösung des Union-Fußball-Clubs.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.