Zusammenleben in Europa

Issy-les-Moulineaux, Macerata und Weiden sind seit Jahrzehnten miteinander verbandelt. Alle drei gehören mit ihren Aktivitäten zu den Säulen der europäischen Städtepartnerschaften. Nach einer Idee der Franzosen ist nun für das Jahr 2016 ein neues Projekt geplant.

Schon seit einigen Jahren lädt Issy-les-Moulineaux Mitte Dezember die Partnerstadt Weiden zur "Corrida de Noel" ein. Der Weihnachtslauf ist ein Großereignis ersten Ranges, an dem in diesem Jahr über 18 000 Läufer teilgenommen haben (wir berichteten). Mit dabei war auch eine Delegation aus Macerata. Die drei Partner hatten neben Routine-Angelegenheiten auch etwas Neues zu besprechen.

Die Franzosen wollen 2016 rund um den 9. Mai, den Europa-Tag, ein zweitägiges Festival organisieren, das sich um die Zukunft Europas dreht, vor allem um das Zusammenleben, wobei die Solidarität der Generationen gefragt ist. Am dritten Tag ist eine gemeinsame Fahrt nach Brüssel angedacht. Issy soll sich dem Thema "Senioren", Weiden der "Jugend" und Macerata dem Thema "Behinderte Mitbürger" widmen. Ähnliche Treffen sollen dann auch bei den italienischen und den deutschen Partnern stattfinden.

Berufsschule einbeziehen

Weidens Beauftragte für die Städtepartnerschaften, Sigrid Schneider, lobte die Initiative. Für 2016 könne man versuchen, EU-Fördermittel zu bekommen. Beim Thema "Jugend" könnte man die Europa-Berufsschule mit einbeziehen, schlug Schneider vor.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß dankte für die Idee und bezeichnete es gerade in der jetzigen Zeit als wichtig, Zeichen dieser Art zu setzen. Es gebe große Bewegungen gegen Europa, weil es vielerorts nicht gelungen sei, dem Bürger den Nutzen der Gemeinschaft zu vermitteln. Statt der Grenzen gebe es Freizügigkeit, junge Leute könnten in 28 Staaten studieren und arbeiten, wo sie wollen. Entweder man gehe diesen Weg weiter oder man falle zurück in die Nationalstaaterei der 1950er und 1960er Jahre, sagte Seggewiß.

Als Geschenk für Bürgermeister André Santini hatten die Weidener eine Porzellanfigur der Firma Seltmann dabei. Sie zeigt D'Artagnan, der an der Seite der Musketiere berühmt wurde. Mit dem Florett und nicht mit dem Säbel kämpfend, wie Seggewiß augenzwinkernd auf Santinis Diplomatie-Geschick verwies. Bürgermeister Alain Levy erhielt vier Faksimiles einer Pessach-Haggada aus den Beständen der jüdischen National- und Universitäts-Bibliothek Jerusalem. Die Haggada ist ein sehr kunstvoll gestaltetes und illustriertes Büchlein, aus dem beim Festmahl am Vorabend des Pessach-Festes mit der Familie gemeinsam gesungen und gelesen wird.

Zu Gast bei "Vantage"

Station machte die Weidener Delegation in der Pariser Niederlassung der Weidener Firma "Vantage". Diese entwickelt sich auch im vierten Geschäftsjahr prächtig. Geschäftsführer Alexander Bscheidl zeigte sich erfreut, Marktführer in Frankreich und der Konkurrenz technisch um fünf bis zehn Jahre enteilt zu sein. Kameras und vor allem extreme Objektive werden besonders bei internationalen Produktionen immer stärker nachgefragt. Als Beispiel nennt Bscheidl den Film "Taken 3" mit Liam Neeson, der am 29. Januar in Frankreich und Deutschland in die Kinos kommt. 80 Prozent wurden in den USA gedreht. "Da haben wir vier Tonnen Gerät und Material nach Los Angeles eingeflogen."

Inzwischen hat "Vantage" die Fläche verdoppelt. Damit die Kunden das Material besser testen können, wurde extra ein Studio eingerichtet. Für die französisch-australische Produktion "The moon and the sun" war zuletzt Pierce Brosnan im Haus.

Am Studio mitgearbeitet haben auch zwei Oberpfälzer Firmen: Inneneinrichter Hubert Hausner aus Kohlberg und Schreiner Franz Gläßer aus Weiden.
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