Zusperren?
Angemerkt

Die Häufung ist schon auffällig. Jetzt, wo das Weihnachtsgeschäft vorüber ist, scheinen Schließungen in der Innenstadt Hochkonjunktur zu haben. Erst kündigt McDonalds's das Aus im Sommer an. Nun folgen eine Apotheke, Floristen, ein Wollgeschäft. Das heißt nicht, dass die Innenstadt unattraktiv wäre - es gibt weiter Neueröffnungen. Aber es deutet darauf hin, dass längst nicht alles rosig ist.

Da sind zum Beispiel Schwierigkeiten, die nichts speziell mit Weiden zu tun haben: Nicht nur hier, auch andernorts geht die Kundenfrequenz in Innenstädten zurück. Weil viele lieber in Randlagen einkaufen, wo es gratis Parkplätze vor der Ladentür gibt. Und weil immer mehr lieber gleich ihre Waren in schmucklosen Hallen in Gewerbegebieten ordern. Dort, wo Internethändler ihre Versandzentren haben. Ist ja auch billiger. Wobei die Rechnung für die Ersparnis später folgt - in Form verödender Innenstädte.

Daneben gibt es aber auch speziell Weidener Gründe. Da ist die angespannte Parkplatzsituation im Norden der Innenstadt ebenso wie die Agonie, die sich offenbar bei manchen Eigentümern in zentraler Lage breitmacht. Und da ist das Loch mitten in Weiden, das noch immer nicht mit einem Einkaufszentrum gefüllt ist, weshalb viele lieber in andere Städte zum Einkaufen fahren. Lange fürchteten viele, das Center könnte den Innenstadtgeschäften schaden. Womöglich ist es aber genau umgekehrt: Der größte Schaden für sie wäre, wenn es nicht kommt. Wenn alles bleibt wie bisher. Das immerhin ist die gute Nachricht: Die Chance ist groß, dass sich tatsächlich etwas ändert. Zusperren muss die Innenstadt also noch lange nicht.



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