Zuversicht in schweren Zeiten

Von einem "sehr gutem Geschäftsjahr" berichtet die Sparda-Bank. Die Zahlen für das Jahr 2014 stellten vor: (von links) Vorstandsvorsitzender Georg Thurner, der Direktor der Weidener Filiale, Dieter Holub, und Vorstand Johannes Lechner. Bild: Hartl

Ukraine, Griechenland - und vor allem das Zinstief: Wie alle anderen Kreditinstitute befindet sich die Sparda-Bank in einem schweren Umfeld. Sie stellt sich deshalb auf sinkende Gewinne ein. An einem alten Markenzeichen will sie aber nicht rütteln.

Sie will es etwas anders machen. Zur Vorstellung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 hat die Sparda-Bank Ostbayern nicht nur Medien, sondern auch einige langjährige Kunden geladen. Und auch im Alltag verzichte das Genossenschaftsinstitut auf manche Geschäfte, denen andere gerne nachgingen, sagt Vorstandschef Georg Thurner. Als zum Beispiel vor ein paar Jahren Darlehen in Schweizer Franken gefragt waren, habe die Sparda keine angeboten. "Was seid denn ihr für eine Gracherl-Bank?", habe er sich deshalb anhören müssen, erzählt Thurner. Jetzt aber, da der Franken rasant gestiegen ist und viele von damals draufzahlen, zeige sich, dass die Sparda eben Risiken für die Kunden abwäge.

Für Thurner ein Grund, warum 2014 "ein sehr gutes Geschäftsjahr war". Das belege nicht zuletzt die Zahl der Mitglieder, die jetzt erstmals sechsstellig ist (101 915, plus 3,45 Prozent). Ein deutliches Wachstum (+6,85 Prozent) gab es auch bei den Einlagen auf nun 1,89 Milliarden Euro. Und bei den Krediten auf 1,13 Milliarden (+5,85 Prozent). Thurner und Vorstand Johannes Lechner sehen dahinter die Mentalität der Ostbayern und Nachwirkungen der Finanzkrise. So sei auffällig, dass die Menschen in der Region mehr sparten als in den bayerischen Ballungszentren. Trotz niedriger Zinsen - "Sparen ist Charaktersache". Außerdem zeige sich, dass die Menschen seit der Krise weiter stark nach Krediten für Immobilien fragen. Wobei im Norden der Oberpfalz eher Sanierungen im Vordergrund stünden, im Süden Neubauten.

Trotzdem: Wegen der niedrigen Zinsen, fällt der Bank ihr Geschäft immer schwerer. Zumal bürokratische Vorgaben hohe Kosten verursachten. Dennoch, so Thurner, an einem alten Prinzip wolle er nicht rütteln: "Wir führen keine Gebühren ein." Das Standard-Girokonto werde weiter nichts kosten. Auch wenn die Bank umgekehrt mit sinkenden Gewinnen rechnet, zumal nun langfristige, höher verzinste Darlehen auslaufen. 2014 verringerte sich das Teilbetriebsergebnis um 1,01 Prozent auf 15,14 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn stieg dagegen um 6,53 Prozent auf 3,46 Millionen Euro. Angesichts der Herausforderungen "äußerst zufriedenstellend", kommentiert Lechner.

"Magere Jahre"

Auch wenn nun also "eine schwere Zeit" gekommen sein mag, so Thurner - die Bank sei zuversichtlich. Sie verfüge schließlich über hohe Rücklagen, die Eigenkapitalquote (18,5 Prozent) liege weit über allen Anforderungen. Sie vergrößere Filialen und baue keine Stellen ab. Sie gewinne regelmäßig Preise für Kundenzufriedenheit. Und sie sei sozial engagiert - reiche 500 000 Euro jährlich weiter, erwirtschaftet durchs Gewinnsparen und eine Stiftung. Entsprechend zuversichtlich zeigt sich Thurner: "Wir werden stabil bleiben und die mageren Jahre durchstehen."
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.