Zwei 22-Jährige kommen mit Bewährung davon - Geringe Mengen für Eigengebrauch
Amphetamin in der Hosentasche

Weiden. (rns) Die Bundespolizisten hatten wieder einmal den richtigen Riecher. Bei einer Routinekontrolle auf der Bundesautobahn A 6 bei Waidhaus stoppten sie einen "recht flott fahrenden" Pkw. Sie tasteten den Beifahrer des aus Tschechien kommenden Autos ab und fanden ein Röhrchen Amphetamin in seiner Hosentasche.

Die Durchsuchung des Personenwagens förderte 13,8 Gramm Methamphetamin zutage. In zwei Druckverschluss-Tütchen verpackt, war das Rauschgift in einer zerdrückten Cola-Dose versteckt. Am Dienstag standen die beiden Pkw-Insassen vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl. Die Hausdurchsuchung bei den beiden jungen Männern hatte keine Hinweise auf Handeltreiben mit dem Gift ergeben, obwohl bei einem von ihnen eine kleine Menge Crystal gefunden worden war. Die 22-Jährigen gestanden, die Drogen in Katarina/Tschechien für 600 Euro gekauft zu haben, betonten aber, dass sie für den Eigenkonsum gedacht waren. Obwohl die aus dem Raum Amberg stammenden Männer wegen Rauschgiftdelikten in ihrer Jugend vorbestraft waren, ließen Staatsanwalt Rene Doppelbauer und Richter Heindl Milde walten.

Reue gezeigt

Die Verteidiger Tobias Konze und Jörg Jendricke hatten in ihren Plädoyers betont, dass es sich bei den Vorahndungen um "Jugendsünden" gehandelt habe. Die von Staatsanwalt Doppelbauer in der Anklage genannte Menge sei "brutto", also in Wirklichkeit viel geringer, gewesen, und mit ihrem kooperativen Verhalten hätten ihre Mandanten Schuldeinsicht und Reue gezeigt.

Heindl und die beiden Schöffen verurteilten die noch bei ihren Eltern lebenden jungen Männer zu jeweils eineinhalb Jahren Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Allerdings kommen noch erhebliche finanzielle Folgen auf den Arbeiter und den Auszubildenen zu. Der eine muss 1000 Euro an den Verein "Neue Zeiten", der andere 500 Euro an "Kreuzpunkt" zahlen. Dazu kommen die Gerichts- und Anwaltskosten sowie drei Jahre lang Drogentests auf eigene Kosten zum Beweis, dass sie "clean" geblieben sind.
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