Zwei Projektseminare des Elly-Heuss-Gymnasiums befassen sich mit Diskriminierung - Ausstellung ...
Mit Fotocollagen und Gedichten gegen Ausgrenzung

Diskriminierung und Ausgrenzung haben bei den Elly-Heuss-Schülerinnen keine Chance. Das beweisen die Schülerinnen zweier P-Seminare auch mit einer Ausstellung, die am Donnerstagabend eröffnet wird. Bild: Hartl
Weiden. (ps) Sie waren in der Pinakothek der Moderne in München und in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Sie starteten eine Aktion beim Christopher-Street-Day in Weiden und organisierten ein Anti-Rassismus-Training. Was dabei herausgekommen ist, zeigen die 21 Schülerinnen der Projektseminare "Zivilcourage" und "Entartet" ab Donnerstag in einer Ausstellung am Elly-Heuss-Gymnasium.

"Zivilcourage" und "Entartet"

Was haben die Themen "Zivilcourage" und "Entartet" miteinander zu tun? Lina Willfurth hatte bei der Projektvorstellung am Montag die Erklärung parat: "Beide Seminare befassen sich mit Diskriminierung und Ausgrenzung." Beide Seminare passen damit ausgezeichnet in die Zielvorgaben für eine "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage": ein Titel, den das Gymnasium bereits besitzt und den es sich mit entsprechenden Aktionen weiterhin sichern möchte. Und die Schülerinnen möchten mit ihrer Ausstellung zugleich die Bürger für das Thema Diskriminierung sensibilisieren.

Aufgeteilt in drei Gruppen gingen die Mädchen der Jahrgangsstufe Q 12 das Thema Zivilcourage an. Betreut wurden sie dabei von Studienrätin Sabine Hoffmann. Beim Christopher-Street-Day in Weiden forderten die Schülerinnen unter dem Motto "Gesicht zeigen gegen Homophobie" Teilnehmer und Zuschauer dazu auf, sich fotografieren zu lassen. Aus den Bildern erstellten sie eine Fotocollage, die in der Ausstellung zu sehen sein wird. Zum Thema "Cybermobbing" erstellte die zweite Gruppe eine Internetseite und entwickelte interaktive Fragebögen, die von den siebten Klassen beantwortet wurden. Sowohl die Internetseite als auch die aus den Antworten erstellte Statistik wird in der Ausstellung gezeigt. Die dritte Gruppe befasste sich mit dem Thema Whistleblower und organisierte außerdem ein Anti-Rassismus-Training mit den 9. Klassen.

Kubismus und Futurismus sind zwei der Stilrichtungen, die von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" bezeichnet wurden. "Adolf Hitler wollte die Kreativität eindämmen und verbieten", erklärte Laura Steinsdörfer dazu. Unter der Leitung von Studiendirektor Dieter Funk haben sich die Mädchen des zweiten Projektseminars mit "verbotener Kunst" auseinandergesetzt und sogenannte "Weitergabebilder" erschaffen sowie Gemälde, Skulpturen, Plakate und Gedichte.

Zu den gemeinsamen Aktionen beider Projektseminare zählten außerdem Exkursionen in die KZ-Gedenkstätten Flossenbürg und Dachau. In Dachau interviewten die Mädchen den ehemaligen KZ-Häftling Max Mannheimer. Sie sprachen auch mit Esther Bejarano, die mit der Band "Microphone Mafia" im April 2014 im Weidener Jugendzentrum auftrat. Esther Bejarano spielte im Orchester des KZ Auschwitz Akkordeon und zählt zu den wenigen Überlebenden.

Die Ergebnisse all dieser Aktionen werden in der Ausstellung präsentiert, die am Donnerstagabend um 19 Uhr offiziell eröffnet wird. Ohne die großzügige Unterstützung durch das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" wäre das kaum möglich gewesen, machten die Schülerinnen deutlich. Die Exponate werden eine Woche lang zu besichtigen sein. Schulklassen oder Privatpersonen, die an einem späteren Besichtigungstermin interessiert sind, können sich unter Telefon 0961/48 15 90 mit Sabine Hoffmann in Verbindung setzen. "Wir werden versuchen, das zu ermöglichen."
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