Zwei Tschechen stehen wegen Diebstahls vor Gericht - Serieneinbrüche im Weidener Süden
Porsche und silberne Löffel geklaut

Weiden. (rns) Vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl müssen sich seit Donnerstag zwei mutmaßliche Diebe aus Tschechien verantworten. Sie sollen, laut Anklage von Oberstaatsanwalt Rainer Lehner, im April gemeinsam hauptsächlich die Ortsteile Konradshöhe und Mitterhöll heimgesucht haben sollen.

Aus Autos und Garagen

Am 8. April und in den Morgenstunden des 9. April waren im Süden Weidens bei zahlreichen Autos die Seitenscheiben eingeschlagen worden. Dann hatten die Täter die Handschuhfächer durchwühlt und alles Stehlenswerte mitgenommen. Auch hochwertige Fahrräder und Anderes war aus versperrten oder auch offenen Garagen gestohlen worden. Am 10. April folgte ein Einbruch in Mitterhöll. Die Bewohner schliefen zu diesem Zeitpunkt. Morgens stellten sie fest, dass nennenswerte Geldbeträge, ein mit Brillanten besetzter Ehering, zwei Handys und die Schlüssel für das dortige Feuerwehrhaus fehlten. Aus Gärten, Kellern und Garagen in der Nachbarschaft waren Maschinen, Reifen, Radios und Werkzeuge verschwunden.

Der Jüngere der Beiden hat die Autoaufbrüche, Diebstähle von Fahrrädern und Werkzeuge aus Garagen sowie den nächtlichen Einbruch in das Wohnhaus in Mitterhöll und die dortigen weiteren Diebstähle bereits gestanden. Er war aufgrund von Beobachtungen einer 46-jährigen Anwohnerin, die auch die Polizei alarmierte, in unmittelbarer Nähe des Tatorts gefasst worden.

Den weiteren Angeklagten bezichtigt der 38-Jährige der Mittäterschaft. Dieser jedoch bestreitet, dass er damit etwas zu tun habe. Sein Freund habe sich sein Auto geliehen. Er selbst sei erst am Tag nach den Garagen-Einbrüchen auf der Konradshöhe eingereist.

Dem 47-Jährigen wird zudem zur Last gelegt, dass er, nachdem er bei Wieselrieth mit einem gestohlenen Roller und einem gestohlenen Elektrowerkzeug im Auto gefasst worden war, erheblichen Widerstand geleistet hatte. Auf dem Weg zur Blutentnahme und im Krankenhaus Schwandorf seien vier Beamte nötig gewesen, um den athletisch gebauten, großen Mann zu bändigen, berichteten die Polizisten. In Hof hatte der 38-jährige Koch, wie er über seinen Anwalt Peter Kanev bereits zugegeben hat, in einer Wohnung, in die er über die Terrassentür gelangt war, Geld und die Schlüssel für einen Porsche Cayenne erbeutet. Mit diesem Fahrzeug fuhr er dann durch die oberfränkische Kreisstadt, baute einen Unfall und flüchtete zu Fuß.

18 Zeugen am ersten Tag

Insgesamt 18 Zeugen vernahm das Gericht am Donnerstag. Diese berichteten hauptsächlich über den Wert der entwendeten Gegenstände. Von besonders hohem Wert war darunter ein 4300 Euro teueres Rennrad, das einem 49-Jährigen zusammen mit silbernen Kaffeelöffeln und zwei Handys gestohlen worden war. Meist überstieg jedoch der Sach- den Entwendungsschaden. Mit der Anhörung weiterer Zeugen und der Ermittlungsrichter wird die Verhandlung am 5. August fortgesetzt.
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