Zweiter Blick
Angemerkt

Weiden. (fku) Das Geschäftsmodell lautet schlicht: Unverfrorenheit. Auch wenn das Unternehmen sich dazu ausschweigt, deutet doch viel auf eine selten dreiste Masche hin. Da stellt eine Firma nahezu überall im Stadtgebiet Altkleidercontainer auf, und sehr oft werden die Grundstückseigentümer gar nicht um Erlaubnis gefragt. Das Kalkül: Weil sich die Firma damit Gebühren für die Stellplätze spart, kann sie mehr Gewinne abschöpfen.

Damit lässt sich offenbar auch jetzt gut Geld verdienen, wo die Preise für hochwertige Altkleider gesunken sind. Eingepreist ist da schon der Verlust von ein paar Containern, etwa, weil verärgerte Grundstückseigentümer sie verschwinden lassen. Denn, so schätzt ein Brancheninsider: Nach fünf Entleerungen dürfte sich die Anschaffung eines Containers in Billigbauweise schon amortisiert haben.

Die wahren Kosten liegen freilich woanders: So ein Vorgehen bringt eine Art des Recyclings in Verruf, die an sich sinnvoll ist. Schließlich schont es Ressourcen, wenn gebrauchte, aber gut erhaltene Kleidung nicht im Müll landet. Außerdem bieten gerade die Container der Wohlfahrtsorganisationen die Möglichkeit, dass Teile des Erlöses in soziale Zwecke fließen. Das alles bedeutet natürlich, dass man lieber zwei Mal hinschauen sollte, wo man seine Altkleider abgibt. Bequem ist das nicht. Aber es hilft halt doppelt: Nicht nur Bedürftigen, sondern auch genervten Grundstückseigentümern.
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