Zwiefacher und Zwist

Moderator Karl-Heinz Deisinger ging mit seiner "Zugharmonie" auch mitten unter die Gäste. Auch wenn die aktuelle Disharmonie an der Vereinsspitze vielen Sorgen bereiten, war die Stimmung beim Auftritt der Musikanten gelöst. Bild: hcz

Bei den "Nordoberpfälzer Musikfreunden" ist die Harmonie gestört. Vorsitzender Michl Duschner und sein Stellvertreter Gerald Kliebhan legten ihre Ämter nieder. Bis zur Jahreshauptversammlung am 8. November führt Kassier Peter Ertl die Geschäfte.

Weiden. (hcz) Trotz einer "etwas schwierigen Zeit im Verein", wie es Moderator und Akkordeon-Altmeister Karl-Heinz Deisinger formulierte, geht es musikalisch wie gehabt weiter: Bayerisch, böhmisch, traditionell. Bei der "Wirtskirwa" in der Waldgaststätte "Strehl" hatten die "Nordoberpfälzer Musikfreunde" wieder ein "volles Haus", obwohl der langjährige "Motor" Michl Duschner fehlte.

Nach Differenzen mit weiteren Vorstandsmitgliedern war Vorsitzender Duschner Ende August, direkt im Anschluss an ein großartiges Musikantentreffen in Au bei Pirk, zurückgetreten. Der Zwist habe schon länger geschwelt, erklärte er gegenüber unserer Zeitung, wollte sich aber weiter dazu nicht äußern. Auch die betroffenen Vorstandsmitglieder wollen Stillschweigen bewahren - bis zur Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen am 8. November. Bis dahin ist Kassier Peter Ertl vom Amtsgericht als "Notvorsitzender" bestellt, da auch der zweite Vorsitzende Gerald Kliebhan sein Amt niedergelegt hatte.

Bei der jüngsten Veranstaltung rief Ertl die zahlreich gekommenen Gäste auf, den 196 Mitglieder zählenden Verein nicht sterben zu lassen und zur Jahreshauptversammlung zu erscheinen, wo man eine Lösung für die Zukunft der "Nordoberpfälzer" finden werde. Außerdem wies Ertl auf die Weihnachtsfeier am 30. November um 15 Uhr und die "Rauhnacht" - den "krönenden Abschluss des Musikantenjahres" - am 27. Dezember hin.

Stimmung beim Treffen

"O Kirwa lou niat nou" hieß es dann bei Marianne Helm und Hans Kowatsch. Die Sängerin und der Akkordeonspieler aus Waldsassen boten zur Freude der Gäste auch das Lied von den leeren Worten auf einem Kaffeehaferl "Ich bleib dir treu" dar, sowie das zu Lachtränen führende Lied "Kennst denn du den dejerten Gobl net?". Thomas Fritsch (Pirk) und David Hofmann (Immenreuth) wetteiferten auf ihren Steirischen mit Melodien, die schon höchste Beherrschung der Instrumente erfordern. Begleitet wurden sie von Albrecht Degenkolb aus Hof mit der Tuba. Degenkolb, laut Deisinger der "Mann mit den zartesten Fingern in Nordbayern" spielte mit seinem Hohner- Akkordeon auch Sanftes wie "Im Prater blüh'n wieder die Bäume".

Hans Eismann aus Weiden, Wolfgang Butz aus Inzendorf und Manfred Döllinger aus Neunkirchen spielten wie immer meisterlich auf mit ihren Steirischen und Akkordeons. Deisinger selbst brillierte unter anderem mit dem Gassenhauer "Wenn ich nur a bisserl größer wär".
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