Zwischen Bauzaun, Bank und Brunnen: Passanten staunen über Autos in der neuen ...
Umleitung durch die Fußgängerzone

Ungewohntes Nadelöhr: Zwischen Brunnen und Volksbank dürfen Autos jetzt über den Macerata-Platz rollen, hin zur Ringstraße. Die frühere Fußgängerzone ist als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Bild: Hartl
Passanten blicken Günter Janda schon mal entgeistert an, wenn er mit dem Auto das letzte Stück zur oder von der Arbeit zurücklegt. Denn das führt über Kopfsteinpflaster. Also durch die Fußgängerzone. Vermeintlich. Der Wagen des Dentaltechnikers rollt nur einen knappen halben Meter vorbei an den Tischen eines Cafés, vor denen auch schon mal Kinder herumtollen. "Ziemlich gefährlich", findet Janda: Offenbar wisse keiner Bescheid, dass die Weißenburger Straße beim Macerata-Platz neuerdings keine Fußgängerzone mehr ist.

Mehr noch: "Theoretisch könnten die Autos hier mit 50 Stundenkilometern durchbrettern", meint Janda. Markus Dippold, Leiter der städtischen Verkehrsbehörde, widerspricht. Der Weidener habe offenbar das Schild "verkehrsberuhigte Zone" an der Ecke Sedan-/Weißenburger Straße übersehen. Das heißt: Fußgänger und Autofahrer sind hier gleichberechtigt, Wagen müssen sich in der Straße in Schrittgeschwindigkeit bewegen. Anders als früher, als der Macerataplatz Fußgängerzone und die Weißenburger Straße bis zur Mohrenstraße frei befahrbar war, zieht sich dieser verkehrsberuhigte Bereich jetzt von C&A durch ein Nadelöhr zwischen Volksbank und Brunnen hin zur Ringstraße. "Ein Provisorium", wie Dippold betont. Die Regelung gilt bereits, seitdem Fondara den Bauzaun um das Stadtgalerie-Areal ziehen ließ. Also seit Anfang August. Laut Dippold war die Änderung nötig, weil die Mohrenstraße zur Sackgasse geworden ist. Der Verkehr - insbesondere der Anlieger und -lieferer - soll nun über die Alternativroute laufen. Gegenseitige Rücksichtnahme von Wagenlenkern und Fußgängern sei dabei unerlässlich. Später - gegen oder nach Ende der Arbeiten an der "Stadtgalerie" - sollen flankierende bauliche Maßnahmen auf die Verkehrsregelung (Fußgängerzone oder verkehrsberuhigter Bereich) schließen lassen. Doch auch so "läuft's eigentlich ganz gut", berichtet Dippold. Von Unfällen ist nichts bekannt. Auch habe sich bei der Stadt noch niemand über das "Provisorium" beschwert. Tatsächlich nehmen es nur sehr wenige Autofahrer in Anspruch. Offenbar scheuen sie das Nadelöhr. Oder sie fürchten die entgeisterten Blicke der Passanten.
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