Zwischen fünfeinhalb und acht Jahre für Drogenschmuggel und -handel - U-18-Weltmeister in Entzug
Vier Täter als Bande verurteilt

Mit Freiheitsstrafen von acht, zweimal siebeneinhalb und fünfeinhalb Jahren ahndete die 1. große Strafkammer den Rauschgiftschmuggel und -handel eines Deutschen und dreier Tschechen. Auf Bestellung des Regensburgers hatte ein 33-Jähriger aus Pilsen von Herbst 2013 bis zum März 2015 die Lieferung von insgesamt 36 Kilogramm Marihuana organisiert.

Der 30-Jährige, der damit den ganzen Raum Regensburg versorgte, bekam acht Jahre. Der tschechische Vermittler, ein früher hoffnungsvoller Fußballer (U-18-Fußball-Weltmeister, wir berichteten), wurde zu siebeneinhalb Jahren verurteilt. Die beiden werden, da ihnen Gutachter Dr. Thomas Wenske eine starke Abhängigkeit bescheinigte, nach Verbüßung von knapp zwei Jahren in eine Entzugsklinik kommen. Wenn sie die 18 bis 24 Monate dauernde Therapie durchhalten, könnten sie danach auf Bewährung entlassen werden.

Zwei Kurierfahrer, 41 und 50, müssen für fünfeinhalb beziehungsweise siebeneinhalb Jahre hinter Gitter. Die, seit der Ergreifung Ende März erlittene, Untersuchungshaft wird auf die Strafen angerechnet. Landgerichtspräsident Walter Leupold betonte in der Urteilsbegründung, dass sich die ausgesprochenen Strafen immer noch im ersten Drittel des Möglichen bewegen. Der Strafrahmen für bandenmäßigen Drogenschmuggel und -handel liege bei fünf bis 15 Jahren. Dass es sich um eine Bande gehandelt habe, die sich zur Gewinnerzielung zusammengeschlossen hatte, daran gebe es keinen Zweifel.

Strafmildernd habe sich bei drei der vier Angeklagten ausgewirkt, dass sie Aufklärungshilfe geleistet hatten. Sie hatten, in unterschiedlichem Maß, weitere Beteiligte verraten, die Lieferwege aufgezeigt und weitere Taten offenbart. Erschwerend hatten Leupold, Dr. Marco Heß und die beiden Schöffen jedoch die enorme Menge an Drogen und die große kriminelle Energie der Täter gewertet. Die Schmuggelfahrten waren gut organisiert. Vor dem Auto mit den Drogen sei jeweils ein auffälliges Fahrzeug voraus gefahren, um Kontroll-Beamte abzulenken und um den Kurier zu warnen, berichtete Leupold.
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