Zwölfjährige Theresa Graf reitet auf einem Jungrind - Traum: Bei Turnier starten
Hoch zu Kalb

Theresa Graf braucht gar keinen Sattel, um auf dem Rücken von Kalb Male festen Halt zu finden. Und das inzwischen rund 300 Kilogramm schwere Jungtier hat gelernt, dass man auf Wiesen freie Bahn hat, aber auf der Straße besser am Rand läuft. Bild: no
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
18.10.2015
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Für Theresa und Male war es Liebe auf den ersten Blick. Seit Ende März sind sie ein Herz und eine Seele. Da kam im Stall von Christian und Marion Graf das Kälbchen Male auf die Welt. Für ihre Tochter Theresa war das Jungtier von Anfang an ihr Liebling. Zwischen den beiden entwickelte sich eine so innige Beziehung, dass Theresa hoch auf dem Kalb über die Felder und Wiesen galoppiert und das beiden ganz offensichtlich viel Freude bereitet.

Alternative zu Pony

Unserer Zeitung erzählten Theresa und ihre Eltern von dieser außergewöhnlichen Verbindung. Der Wunsch Theresas war von klein auf, ein Pony haben, auf dem sie reiten konnte. Dieser Gedanke stieß jedoch bei ihren Eltern auf wenig Gegenliebe. Theresa war über die Jahre hinweg aber sehr hartnäckig. Als Alternative schlug ihr der Vater vor, das Reiten auf einem Kalb zu versuchen, sind doch diese im Aussiedlerhof der Familie Graf reichlich vorhanden.

Gegenwärtig kümmert man sich um 70 Milchkühe und etwa ebenso viele weibliche Jungtiere. Theresas Eltern erkannten schnell die besondere Verbundenheit zur Natur und zu den Tieren. Christian Graf, der auch als Besamungstechniker tätig ist, betont zudem, dass er auf eine artgerechte Tierhaltung großen Wert legt.

Theresa betreute das Kalb von dessen ersten Tagen an liebevoll. Sie streichelte es, führte es über die Wiesen, kümmerte sich um das Futter und das Putzen des Jungtiers und übte mit ihm das Anheben der Füße bis zur späteren Klauenpflege. So wuchs schnell Vertrauen zwischen Mensch und Tier.

Zu ihrem zwölften Geburtstag ging Theresas größter Wunsch in Erfüllung: das erste Mal auf einem Kälbchen zu reiten. Zuvor hatte sie sich langsam an den ersten Ausritt herangetastet. Es ging auch darum, hoch zu Kalb den richtigen Halt zu bekommen. Denn anfangs wurde Theresa mehrmals von Male abgeworfen und zog sich dabei Abschürfungen zu. Ihren Ehrgeiz bremste das aber in keiner Weise.

Zunächst langsam, mit der Zeit dann schneller, galoppierten die beiden über die Felder rund um Hermannsberg. Inzwischen zeigt das Kälbchen sogar verkehrsgerechte Verhaltensweisen. Es bleibt schön am Straßenrand, wenn es mit Theresa die 400 Meter lange Strecke zur früheren Hofstelle mitten im Ort zurücklegt. Das 300 Kilogramm schwere Kalb hat sich an die 50 Kilogramm schwere Reiterin bestens gewöhnt.

Die Freunde staunen

Als Theresa ihren Klassenkameraden von ihrem außergewöhnlichen Hobby erzählte, wollten die es zunächst nicht glauben. Bei einem Besuch in Hermannsberg konnten sie sich dann aber davon überzeugen. Einen Traum hat Theresa noch. Allzu gerne würde sie mit Male an speziellen Geschicklichkeitsturnieren teilnehmen oder mit Unterstützung der Familie eine solche Veranstaltung in Hermannsberg organisieren.
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