1,2 Millionen Euro gegen Hartz IV
Derzeit 52 Jugendliche im Programm "Jugend stärken"

Für SPD-Fraktionschef Roland Richter ist es "das bestinvestierte Geld, das wir in letzter Zeit ausgegeben haben": 1,2 Millionen Euro. Seit 2015 fließen sie vier Jahre lang ins Projekt "Jugend stärken im Quartier". Rund 52 sozial benachteiligte Jugendliche nehmen derzeit daran teil. Verschiedene Bildungsträger machen sie fit fürs Berufsleben, wollen damit verhindern, dass die jungen Leute in Hartz IV abgleiten.

"Uns ist bewusst, dass das wichtige Arbeit ist", versicherte Michael Bihler (CSU) in der Stadtratssitzung am Montag. Dass Bihlers Fraktion einen Bericht über das Programm und die Finanzierung beantragt hatte, sorgte allerdings für Irritationen beim Oberbürgermeister. "Hat man was dagegen, dass wir ein Programm haben, bei dem Hilfe aus dem Bund kommt?", fragte Seggewiß. "Wo bin ich hier eigentlich?" Weiden habe solche Projekte bitter nötig. "Keine andere Stadt in Bayern hat so viele Kinder in Bedarfsgemeinschaften."

Zu den Kosten steuert die Kommune im Schnitt 100 000 Euro jährlich bei, der Rest stammt aus einem Fördertopf des Bundes und aus beträchtlichen Fördergeldern der Arbeitsagentur. "Enormes Geld, mit dem man etwas bewirken kann", befand SPD-Mann Richter. Und: "ein gutes Beispiel, dass die Stadt Weiden ein soziales Gewissen hat." Der Erfolg sei freilich nicht messbar, gab Sozialdezernent Hermann Hubmann zu bedenken. Richter rechnete jedoch vor, dass ein Alleinstehender in Hartz IV in fünf Jahren 51 000 Euro an Sozialleistungen beziehe - "die Hälfte davon trägt die Stadt". Bihler bat darum, den Jugendhilfeausschuss jedes halbe Jahr über den Stand von "Jugend stärken" zu informieren. Seggewiß: "Jederzeit."
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