29-Jähriger vor Gericht: Anklage lautet auf Freiheitsberaubung, Körperverletzung und ...
Mit Schlagstock, Schürhaken und Schere

Laut Anklage hat er eine 28-jährige Weidenerin von 5. November bis 1. Dezember 2013 in seiner Wohnung in Weiden festgehalten und war ihr gegenüber exzessiv gewalttätig geworden. Als Tatwerkzeuge werden ein Schürhaken, ein Schlagstock und eine Schere genannt.

Nur unter seiner Aufsicht habe die Frau die Wohnung während dieses mehrwöchigen Martyriums verlassen dürfen. Als man sich einmal gemeinsam auf den Weg zu ihrer Wohnung machte, soll die Frau einen Fluchtversuch unternommen haben. Den soll der Angeklagte unterbunden haben, in dem er ihr die Jacke zerfetzte und auf der Straße auf sie einschlug.

Immer aggressiver

Über die Zeit nahm die Aggression immer mehr zu. Laut Anklage kam es zu 13 Vergewaltigungen, welche die Frau aus Angst erduldet habe. Die Gewalt soll am Sonntag, 30. November 2013, und Montag, 1. Dezember 2013, eskaliert sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen vor, die Frau mit einem Schürhaken gegen den Kopf geschlagen zu haben, sie gewürgt, mit einer Schere verletzt und mit Füßen getreten und Fäusten geprügelt zu haben. Mehrfach ist die Rede davon, dass der Mann der 28-Jährigen büschelweise die Haare ausriss.

Am Montag, 1. Dezember 2013, sei ihr die Flucht gelungen, begleitet von wüsten Beschimpfungen des Angeklagten. Ohnehin hat es das Vokabular, das er laut Staatsanwaltschaft verwandte, in sich. Der 29-Jährige, der massiv vorbestraft ist, drohte ihr auch mit dem Tod. In der Nacht zum 12. Dezember soll es erneut zu einem Übergriff gekommen sein. Dabei war laut Anklage ein Schlagstock zum Einsatz. In der Folge lag die Frau mehrere Tage stationär im Klinikum.

Festnahme an Weihnachten

Die Festnahme erfolgte am Heiligen Abend 2013. Seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Pflichtverteidiger ist Rechtsanwalt Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn (Weiden). Als Wahlverteidiger ist zudem Anwalt Richard Müller aus Nürnberg engagiert. Für das Verfahren sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Nach Auskunft von Landgerichtssprecher Markus Fillinger will die 1. Strafkammer unter Vorsitz von Landgerichtspräsident Walter Leupold 26 Zeugen und drei Sachverständige hören.
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