42 neu ausgebildete Schulwegbegleiter erhalten "Schoolguard-Ausweis" und Urkunde
Hilfspolizisten vor Ort

Die Ausbilder Willi Fritz (hinten, rechts) und Markus Frischholz (hinten, Dritter von rechts) freuen sich über die Unterstützung, die sie nun von den 42 neuen Schulwegbegleitern erhalten. Auch der stellvertretende Leiter der Bundespolizeiinspektion, Wolfgang Franz, und Klaus Müller, Leiter der Polizeiinspektion Weiden (vorne, von rechts) loben das Engagement der jungen Leute. Bild: Hartl
Bis zu 5000 Schüler kommen täglich mit Bus oder Bahn nach Weiden. Da kann es schon mal vorkommen, dass die eine oder andere brenzlige Situation entsteht. Um eine Eskalation zu vermeiden, bilden die Polizeiinspektion Weiden und die Bundespolizei Waidhaus Schulwegbegleiter aus, die in solchen Momenten eingreifen und schlichten. Die 42 Neuen bekamen am Mittwoch im Neuen Rathaus die "Schoolguard-Ausweise" und Urkunden überreicht.

Besonders zu den Stoßzeiten - vor Unterrichtsbeginn und nach Schulschluss - sind in Weiden regelrechte "Völkerwanderungen durch die Stadt" zu beobachten, wie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bei der Übergabe feststellte. Da sei es wichtig, dass die Sicherheit stets gewährleistet sei. Erfahrungsgemäß sei es von Vorteil, wenn junge Menschen Konflikte untereinander lösen, ohne das Zutun von erwachsenen Autoritätspersonen. "Es ist besser, wenn andere Junge zu den Jugendlichen sagen: Lass mal gut sein", sagte Seggewiß.

Die "Schoolguards" lernen in fünf Unterrichtseinheiten Problemsituationen rechtzeitig zu erkennen und deeskalierend auf die Beteiligten einzuwirken. In Zusammenarbeit mit der Verkehrsgesellschaft Agilis und der Firma Wies übten die Ausbilder mit den Jugendlichen bei Rollenspielen das Verhalten in Bus und Bahn.

Im Mittelpunkt stand dabei immer die Frage: "Wie reagiert ein Schulwegbegleiter, wenn es auf dem Weg zur Schule in Bus oder Zug zu Konflikten kommt?" Auch Selbstbehauptungstraining - Selbstverteidigung ohne körperlichen Einsatz, sondern nur mit Gestik und Mimik - übten die Schüler, um im Ernstfall mit sicherem Auftreten souverän zu agieren.

Couragierte Mädchen

Klaus Müller, Leiter der Polizeiinspektion Weiden, lobte die große Zivilcourage, die die Jugendlichen schon mit der Ausbildung beweisen: "Ihr seid unser verlängerter Arm, quasi Hilfspolizisten vor Ort." Wolfgang Franz, stellvertretender Leiter der Bundespolizeiinspektion Waidhaus, bezeichnete die Schulwegbegleiter als "Streitschlichter und Zuhörer". Die Ausbildung leiteten die Polizeioberkommissare Willi Fritz und Markus Frischholz. Die Jugendlichen sind Schüler dreier Weidener Schulen. 28 Freiwillige kommen aus der Wirtschaftsschule und jeweils sieben aus der Pestalozzischule und aus der Sophie-Scholl-Realschule. Mehr als drei Viertel der 42 neu ausgebildeten Schulwegbegleiter sind Mädchen.
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