Abbruch bei Abbruch-Antrag
Keine Lösung für Wohnanlage Schweigerstraße

Der Block der Baugenossenschaft Familienheim ist denkmalgeschützt. Ein Abbruch ist kaum möglich, eine Sanierung teuer. Und so steht der Genossenschaft inzwischen das Wasser bis zum Hals. Der Bauausschuss kann nichts machen. Die Verwaltung soll nun eine Lösung finden. Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
20.03.2016
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Verzwickte Situation für den Bauausschuss: Dessen Mitglieder würden am liebsten den Abbruch der Wohnanlage Schweigerstraße 1,3,5,7,9 und 11 genehmigen. Doch ihnen sind die Hände gebunden. Karl-Heinz Schell (SPD) brachte es auf den Punkt: "Wir können nichts machen, wir sind dem Denkmalschutz ausgeliefert."

Der Bauausschuss verzichtete denn auch auf einen Beschluss. Er gab den Abbruchantrag der Familienheim-Baugenossenschaft an die Verwaltung zurück. Diese soll nun in internen Gesprächen mit Vertretern der Genossenschaft und dem Denkmalschutz eine Lösung erreichen.

Warnung vor Bauruine


SPD-Sprecherin Hildegard Burger regte unterdessen an, auch nach einer Alternative in Form eines Neubaus an anderer Stelle zu suchen. Bürgermeister Jens Meyer brachte einen Nachbau ins Gespräch. Hiervon gebe es in Weiden positive Beispiele wie das Brunner-Markthaus oder den "BräuWirt". Meyer betonte, dass man es nicht mit Spekulantentum zu tun habe, sondern mit einer Genossenschaft, der "das Wasser bis zum Hals steht". Für Stefan Rank (Bürgerliste) sind die Kosten einer denkmalgerechten Sanierung nicht mit einer sozialverträglichen Miete zu vereinbaren. Er warnte vor einer Bauruine in der Schweigerstraße, die so noch fünf Jahre steht.

Eine schnelle Lösung forderte CSU-Sprecher Alois Lukas. Wenn jetzt eine Bestandserhaltungs-Untersuchung gefordert werde, koste dies die Genossenschaft wieder Geld. Und sie habe keine Einnahmen, da die Wohnungen inzwischen schon lange leer stehen.

Gast in der Sitzung war der Gebietskonservator des Landesamtes für Denkmalschutz, Dipl.-Ing. Raimund Karl. Er erläuterte die Bedeutung des von Architekt und Stadtbaurat Josef Linhardt entworfenen Jugendstilbaus. Er sei typisch für die Wohnraum-Beschaffung nach dem Ersten Weltkrieg und einzigartig in der nördlichen Oberpfalz.

Zuschüsse sind möglich


Karl zeigte sich überzeugt, dass sich die historischen Strukturen trotz moderner Nutzung erhalten ließen. Er brachte auch eine mögliche Entschädigung ins Spiel, eine Überprüfung der Baukosten, und er nannte erstmals Zuschussmittel in Höhe von 600 000 Euro. Karl verwies darauf, dass in Bayern nur ein Prozent der Gebäude denkmalgeschützt sei und fragte: "Müssen die auch noch draufgehen?"
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