Abgeordneter Ismail Ertug stellt sich den Fragen der Augustinus-Gymnasiasten
Ist Europa wirklich wurst?

Europaabgeordneter Ismail Ertug.
Europa. Schwere Kost. Und das am Montag in der ersten Stunde. Unschlüssig, was sie erwarten würde, finden sich um 8 Uhr die Neuntklässler des Augustinus-Gymnasiums in der Mensa der Schule ein. Der Besuch des Europaabgeordneten Ismail Ertug (SPD) steht auf dem Stundenplan, organisiert von Sozialkundelehrer Studienrat Florian Köhler.

"Der Mehrheit ist Europa wurst!" Das wirft Ertug in den Raum, nachdem er sich den Jugendlichen vorgestellt hat. Angereichert mit vielen Anekdoten führt er darauf in die Arbeit und die Aufgaben der europäischen Institutionen ein. Immer wieder ruft er dabei die Schüler auf, Gewissheiten, Gerüchte und Vorurteile im Allgemeinen und gegenüber der EU im Besonderen zu hinterfragen. Unabhängig vom politischen Standpunkt wird bald deutlich, hier spricht ein überzeugter Europäer. Die anfängliche Skepsis der Zuhörer beginnt zu weichen.

Flüchtlinge interessieren

Die Gymnasiasten schalten sich nun aktiv in das Gespräch mit Ertug ein. Vor allem die große Zahl an Flüchtlingen beschäftigt die Jugendlichen. Es entwickelt sich ein Austausch auf Augenhöhe. "Können wir denn überhaupt all diese Menschen bei uns aufnehmen?", möchte eine Schülerin wissen. "Nicht alle kommen doch aus Syrien zu uns. Wie können wir denn mit Flüchtlingen umgehen, die nicht vor einem Krieg flüchten?", fragt ein anderer. Ertug antwortet ausgewogen, weist auf die vielen Dilemmata der Flüchtlingspolitik hin und gibt zu, nicht für alles eine Lösung anbieten zu können. Vor allem das Gerücht, die Flüchtlinge besäßen teure Smartphones, beschäftigt die Jugendlichen. Viele schalten sich nun in die Diskussion ein. Ertug lässt das Schülergespräch laufen, jedoch nicht ohne abschließend den Jugendlichen sein Credo mit auf den Weg zu geben: "Wenn es um Menschen geht, muss man sie zusammenbringen."

Als es um 9.30 Uhr zur Pause gongt, geht die Diskussion weiter. Noch denkt niemand an das Pausenbrot. Die anfängliche Skepsis ist verflogen, die Meinungen werden kontrovers diskutiert. Was bleibt? Europa hat mit Ertug ein Gesicht bekommen, Europa ist konkret geworden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.