Agenda 21 plant Carsharing-Verein
Mobil auf 80 Rädern

Carsharing ist gut für Geldbeutel und Umwelt: Mit diesen Argumenten rühren (von links) Gisela Helgath, Veit Wagner und Stephan Korb von der Agenda 21 die Werbetrommel für einen Verein in Weiden. Bild: Götz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
13.01.2016
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Das große Vorbild: Vaterstetten. Dort startete der Carsharing-Verein 1992 mit sechs Mitgliedern und einem Gebrauchtwagen durch. Inzwischen sind es 600 Fahrberechtigte und 20 Autos. 2016 wollen auch die Carsharing-Fans in Weiden kräftig Gas geben.

Bis sie auf 80 Rädern mobil sind, wie das inzwischen in Vaterstetten der Fall ist, wird es zwar noch einige Jahre dauern. Die Weidener Aktiven sind allerdings zuversichtlich, dass sie den Verein und damit die ersten Fahrzeuge noch heuer ins Rollen bringen. Stephan Korb, Gisela Helgath, Simone Schaller und Veit Wagner wollen dafür von seiten der Lokalen Agenda 21 kräftig anschieben. In der jüngsten Besprechung hatten sich noch vier neue Interessenten gemeldet, wobei einige eine Teilüberlassung ihrer Autos an den Verein angeboten haben.

"Wir hätten also genug Leute für eine Vereinsgründung", sagt Stephan Korb. Der Start könnte noch im Sommer erfolgen. Er gibt zu bedenken: "Wer jetzt einsteigt, kann noch mitgestalten." Denn im Detail festgelegt sind die Modalitäten für den Verein der Auto-Teiler noch nicht. "Wir orientieren uns vor allem an den Erfahrungen in Vaterstetten", erklärt Stephan Korb. "Man muss das Rad nicht neu erfinden." 318 Mitglieder mit 600 Fahrberechtigten (auch Familien, Firmen und Behörden können Mitglied werden) teilen sich dort 20 Autos, vom Kleinwagen über einen Kombi bis zu 9-Sitzer-Bussen.

"Aus diesem Pool kann sich jeder Fahrberechtigte bedienen. Die Nutzungszeiten werden über Handy oder Computer gebucht." Neben einer Aufnahmegebühr von 50 Euro werden in Vaterstetten pro Mitglied 600 Euro "Eintrittsgeld" fällig, die bei einem Austritt wieder zurückgezahlt werden. Pro Fahrt bezahlt der Nutzer - je nach Fahrzeugtyp - 25 bis 40 Cent Kilometergeld sowie eine Nutzungspauschale von tagsüber 90 Cent pro Stunde, nachts 20 Cent.

Viel Geld gespart


Die Vorteile von geteilten Autos: Vereinsmitglieder sparen sich den Kaufpreis und teilen sich die Kosten für Steuer, Versicherung und Kundendienst. "Diese Fixkosten werden über Kilometergeld und Nutzungspauschale finanziert", sagt Korb. Der Geschäftsführer von "ip3", eines Ingenieurbüros für regenerative Energien, würde am liebsten Elektroautos anschaffen. Für seine Firma hat er gerade eines bestellt. Für den Verein werden die künftigen Mitgliedern gemeinsam entscheiden.

"Familien benötigen so keinen Dritt- oder Viertwagen für die Kinder", sagt Korb. "Ehepaare sparen sich den Zweitwagen, Firmen und Behörden Dienstfahrzeuge. Das könnte auch für die Stadt interessant sein." Die meisten Bundesbürger nutzen ihr Fahrzeug nur eine Stunde am Tag, und das für im Schnitt 40 Kilometer, zitiert Veit Wagner eine Untersuchung. Die meiste Zeit stehen Autos also ungenutzt herum. Auf den Umweltaspekt macht Gisela Helgath aufmerksam. Sie sitzt ebenso wie Veit Wagner für die Grünen im Stadtrat: "Carsharing verringert die Luftverschmutzung, denn kürzere Strecken werden dann erfahrungsgemäß eher zu Fuß oder per Rad zurückgelegt." Schließlich kann nicht vor der Haustür jedes Vereinsmitglieds ein Auto stehen. Sinnvoll sei ein Umkreis von 350 Metern. Angesichts der bisherigen Interessenten wird anfangs die Innenstadt angepeilt. Je nach Wohnlage der Mitglieder kommen Standorte in weiteren Stadtgebieten dazu.

"Ich könnte mir vorstellen, dass wir dem Verein ein Auto aus dem Firmenbesitz teilüberlassen", sagt Korb. Er steht auch als Ansprechpartner für weitere Interessenten zur Verfügung: Telefon 0961/470 30 691 oder per E-Mail unter s.korb@ip3-energie.de. Nächstes Treffen der Agenda-Gruppe ist am Mittwoch, 24. Februar, um 19.30 Uhr im Welt-Laden.

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Weitere Informationen im Internet:

www.carsharing-vaterstetten.de
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