Als Meister viel Geld verdiene
Europaberufsschule hat viel vor

Schulleiter Josef Weilhammer (Fünfter von links) begrüßte die CSA-Vertreter vom Bezirks- und Kreisverband unter Leitung von MdB Reiner Meier (Vierter von links) und Dagmar Nachtigall (Zweite von links). Bild: sbü

Längst platzt die EuropaBerufsschule Weiden aus allen Nähten, vor allem weil viele junge Flüchtlinge unterrichtet werden. Doch wer rastet, der rostet, sagt sinngemäß Berufsschulleiter Josef Weilhammer und schmiedet Pläne. Dabei macht er nebenbei Werbung für den Handwerkerberuf.

Beim Besuch des CSA-Kreisverbands Weiden und des CSA-Bezirksvorstands in der Europa-Berufsschule informierte Schulleiter Josef Weilhammer die Politiker über konkrete Planungen und neue Möglichkeiten für zusätzliche Ausbildungsgänge. Ganz oben auf der Liste steht die mit der IHK gemeinsam geplante Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann. Nachdem an der OTH in Weiden das Thema E-Commerce längst breiten Raum einnimmt, das "E-House" sich bereits im Bau befindet, könnte diese Ausbildung eine sinnvolle Ergänzung sein, erläuterte Weilhammer.

Nebenbei Hochschulreife


Vorbereitungen laufen auch für das Projekt "Berufsschule Plus". Unter diesem Begriff verbirgt sich die Möglichkeit, zukünftig parallel zum regulären Berufsschulunterricht die fachgebundene Hochschulreife zu erwerben. "Von den Interessenten her gesehen, könnten wir sofort starten", stellte Weilhammer fest. Doch noch sind ähnlich wie im Falle des E-Commerce-Kaufmann nicht alle Vorbereitungen abgeschlossen. Längst nicht abgeschrieben sind auch die Pläne zur Einrichtung der Ausbildung von pharmazeutisch-technischen Assistenten in dualer Form. In einem weiteren Vorschlag spricht sich Weilhammer für die erneute Einrichtung einer deutsch-tschechischen Berufsschulklasse aus und bittet die Besucher um Unterstützung.

Dass rechtliche Regelungen manchmal mit den realen Entwicklungen nicht Schritt halten, zeigte Weilhammer den CSA-Vertretern am Beispiel der begonnenen Dolmetscher-Ausbildung für Deutsch-Arabisch auf. Der Modellversuch wurde zwar vom Kultusministerium genehmigt, aber es fehlt die soziale Absicherung der Schüler in der dritten Stufe ihrer Ausbildung, der Fachakademie für Übersetzen und Dolmetschen. Generell wünscht Weilhammer eine "Aufwertung der Europa-Berufsschule in der Region neben der OTH". "Wir sind bei der Akademisierung gut aufgestellt", sagt Weilhammer und bedauert, dass "Technikerschulen einen Überlebenskampf führen". Weilhammer sieht auch "eine Renaissance der dualen Ausbildung" und hält es für erforderlich, immer wieder darauf hinzuweisen, dass "Handwerksmeister 100 000 Euro im Jahr verdienen und wir zukünftig zehnmal so viele Facharbeiter als Akademiker brauchen".

Dass die Europa-Berufsschule sich stark auf Tschechien ausgerichtet hat, hält Weilhammer für die richtige Weichenstellung, denn "Tschechisch ist die Einstiegssprache für Osteuropa". Gefreut hat er sich auch über die Einladung der Deutschen Botschaft in Prag zur Entwicklung eines Berufsbildes für eine deutsch-tschechische Ausbildung.

Auch Besichtigung


Als Antwort auf die programmatischen Ausführungen des Schulleiters formulierte CSA-Bezirksverbandsvorsitzender MdB Reiner Meier den Satz "Die Arbeitnehmer-Union ist in der CSU das Standbein, das Ihre Interessen wahrnimmt". Begleitet wurde der CSA-Bezirksvorstand von Mitgliedern des CSA-Kreisverbands Weiden unter Führung ihrer Vorsitzenden Dagmar Nachtigall. Mit dabei auch CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch. Bei einer Besichtigung wurden die Besucher auch über die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen informiert.
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