An der Ferienbetreuung krankt's

An Geld mangelt es in dem Fall ausnahmsweise nicht. Die Stadt hat dafür bereits einiges bewilligt: die Rede ist von der Kinderferienbetreuung. Dass hier noch Bedarf besteht, ist unbestritten. Doch es gibt Haken bei der Umsetzung.

Weiden. (ps) "Wir hätten genug Ideen und auch Geld", versicherte Bärbel Otto in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch. Die Crux nach den Worten der Jugendamtsleiterin: "Das Traurige ist, dass die Träger, die infrage kommen, immer wieder abspringen." Dass es noch Bedarf an Ferienbetreuung gibt, belegte die von Katharina Speiser präsentierte Analyse. Die Studentin an der Hochschule Regensburg hatte ihre Masterarbeit zu dem Thema erstellt und dafür die Eltern von Grundschülern, Kindergarten- und Krippenkindern in Weiden befragt. 32 Prozent der Fragebögen kamen zurück, was sie als "sehr zufriedenstellend" bezeichnete.

Das Ergebnis: Viele Eltern sind mit dem Betreuungsangebot in den Ferien noch unzufrieden. 32 Prozent sind wegen ihres Berufs darauf angewiesen. 166 Eltern haben Bedarf angemeldet, vor allem in den Sommerferien. Und: Mehrere Befragte äußerten sich verärgert darüber, dass die Ferienbetreuung in der Hans-Sauer-Schule nicht mehr angeboten wird.

Thema Rothenstadt

Doch vielleicht wird sich das im nächsten Jahr wieder ändern. Ganz ausgeschlossen ist es jedenfalls nicht. AWO-Kreisvorsitzende Hilde Zebisch betonte zwar, dass eine Umfrage der Schule unter den Eltern nur sieben Anmeldungen ergeben habe. "Das war für den AWO-Bezirksverband zu wenig. Sonst hätte er die Ferienbetreuung des Teams von Pfarrer Pauckstadt-Künkler übernommen und fortgesetzt." Doch nach Ansicht von Gleichstellungsbeauftragter Monika Langner waren die Voraussetzungen der Umfrage falsch. "Es wurden nur Eltern von Rothenstädter Schülern befragt." Die Ferienbetreuung sei aber von Kindern aus dem gesamten Stadtgebiet besucht worden. "Ich bin überzeugt, dass die AWO in Rothenstadt die gleichen Zahlen erreicht hätte wie vorher das Team der evangelischen Kirche."

Das lokale Bündnis für Familie mache sich seit Jahren zusammen mit dem Jugendamt für den Ausbau der Ferienbetreuung stark, sagte Monika Langner. Eben weil viele berufstätige Eltern darauf angewiesen seien und weil sie auch mal gemeinsam mit ihren Kindern Urlaub machen möchten. Ein Aspekt, den Tanja Koller als "Luxusproblem" bezeichnete. Alle übrigen Ausschussmitglieder waren sich dagegen einig, dass die Ferienbetreuung ausgebaut werden sollte. Katrin Karagounis machte namens des Stadtjugendrings allerdings darauf aufmerksam, dass der SJR diese Aufgabe nicht übernehmen könne. "Wir können unser Haus dafür zur Verfügung stellen, wenn jemand die Trägerschaft und die Haftung übernimmt. Aber wir können das zusätzlich nicht mehr leisten."

Einen eindringlichen Appell an die Politik startete Monika Langner. "Wir müssen hier Nägel mit Köpfen machen. Das betrifft Stadt und Land." Wer weiß: Vielleicht macht das Team von Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler in Rothenstadt einen Neuanfang. "Es war ein gutes Konzept. Wir konnten es nur als Kirchengemeinde nicht länger alleine machen", sagte er. "Aber wenn es da jetzt Geld von der Stadt gibt, kann ich mir auch vorstellen, dass wir das wieder starten."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.