Arbeitsgemeinschaft plant große Umfrage zur E-Mobilität
Bahn frei für E-Autos

Was ist für Bürger und Betriebe bei der Elektromobilität besonders wichtig? Das wollen die Initiatoren der Befragungsaktion zur Elektromobilität wissen. Von links: der stellvertetende Leiter des Umweltamtes, Martin Hausner, etz-Geschäftsführer Matthias Rösch, OTH-Professor Dr. Ing. Magnus Jaeger, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sowie Stephan Korb und Sven Wilhelm von ip³. Bild: Bühner
Politik
Weiden in der Oberpfalz
31.10.2016
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Die Weichen in Politik und Gesellschaft sind auf Elektromobilität gestellt. Was bedeutet das für Weiden? Das will die Stadt jetzt ganz genau wissen.

Wenn bald immer mehr Elektrofahrzeuge unterwegs sein werden, was muss sich dann im Stadtgebiet und in den Betrieben verändern? Um diese Frage zu beantworten, entwickelt derzeit die "Arbeitsgemeinschaft Elektromobilität" im Auftrag der Stadt und des Stadtrats einen Plan: das "Kommunale Elektromobilitätskonzept".

In der Arge engagieren sich das Energie-Technologische Zentrum (etz) Nordoberpfalz mit Geschäftsführer Matthias Rösch, OTH-Professor Dr.-Ing. Magnus Jaeger sowie Stephan Korb vom ip³-Ingenieurbüro. "Die Elektromobilität bekommt derzeit viel Rückenwind", stellt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß fest. Die Stadt Weiden wolle einen Rahmen schaffen, damit Elektromobilität für Bürger und Wirtschaft attraktiver werde. Deshalb sollen jetzt mit einer Befragungsaktion Planungsgrundlagen erarbeitet werden.

Umfrage in Fußgängerzone


Eine Erstbefragung hat bereits kürzlich während der Bau- und Immobilienmesse stattgefunden. Weitere Befragungen von Bürgern, Betrieben und Verwaltungen sind in den nächsten Wochen geplant. So werden an den Samstagen, 12. und 19. November, in der Weidener Innenstadt Bürger gezielt mit einem Fragebogen rund um das Thema Elektromobilität interviewt.

"Wir wollen die Bürger mit ins Boot holen", erklärt Rösch fest. Ein Workshop mit Unternehmern wird am 1. Dezember in der IHK-Geschäftsstelle Weiden stattfinden. Aufgrund der Befragungsergebnisse wird dann bis Anfang kommenden Jahres ein Handlungsleitfaden erstellt. Für Professor Jaeger ist dafür "eine ganzheitliche Betrachtung erforderlich, die in Anbetracht der hohen Einpendlerzahlen auch den Landkreis mit einbezieht".

"Wir müssen weg vom Statusobjekt Auto", stellt der Professor fest und kündigt Empfehlungen an, wann die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs sinnvoll ist. Welche gravierenden Veränderungen sich in den Städten und den Betrieben ergeben müssen, wenn Elektrofahrzeuge dominieren, zeigte Korb auf. So errechnete er, dass der zusätzliche jährliche Energiebedarf pro Elektrofahrzeug mit rund 3500 Kilowattstunden in etwa dem Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses entspreche. Folge: "Unsere Städte brauchen dann ganz andere Netze." Dennoch liege der Energieverbrauch umgerechnet in Kilowattstunden bei Benzin und Diesel um das Drei- bis Vierfache höher als im Falle des elektrischen Antriebs.

Stadt wird sich verändern


Das Elektromobilitätskonzept wird sich vorrangig mit der notwendigen Lade-Infrastruktur der Stadt befassen. Parkplätze, Einkaufszentren, Betriebe und Wohnsiedlungen werden sich erheblich verändern müssen. Darüber sind sich die Experten der Arge absolut sicher. Und OB Seggewiß stellt fest: "Lademöglichkeiten im Betrieb werden die Attraktivität eines Arbeitgebers steigern."

Das Elektromobilitätskonzept soll, wie seine Verfasser ausführen, auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten sowie die Energie- und Verkehrswende umsetzen. Nutzerwünsche sollen berücksichtigt und Mobilitätsstrukturen festgestellt werden. Passende Technologien werden unter Einbindung erneuerbarer Energien vorgestellt. Auch auf Förderprogramme wird eingegangen.
1 Kommentar
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 07.11.2016 | 23:32  
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