Auf den Stadtrat wartet eine Grundsatzentscheidung, um Sanierungsstau zu lösen
Schulden für Schulen

Sowohl was die Ausstattung als auch die Gebäude angeht, besteht bei der Europa-Berufsschule ebenso wie bei anderen Schulen dringender Handlungsbedarf. Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
10.10.2016
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Im Hintergrund schwelt das Thema schon länger. Doch so richtig rangetraut hat sich bisher niemand. Denn Neuverschuldung gilt nach wie vor als verpönt. Stadtkämmerin Cornelia Taubmann aber hat die Diskussion jetzt entfacht.

Gegenüber dem "Neuen Tag" wies Taubmann darauf hin, dass im städtischen Haushalt 2017 eine Grundsatzentscheidung fallen müsse, wie es mit den Schulen in Weiden weitergehen soll. Bei denen besteht ein erheblicher Sanierungsstau, den die Kämmerin auf mindestens sieben Millionen Euro bezifferte.

Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, aber sie will auch nicht ausschließen, dass sich die Summe sogar auf einen zweistelligen Millionenbedarf erhöht. Dabei nicht mitgerechnet ist der Sonderfall der Realschulen, bei denen es auf einen Neubau nach dem Modell FOS/BOS rauslaufen könnte. Viel Geld muss wohl auch für die Europa-Berufsschule in die Hand genommen werden. Hier geht es um die Ausstattung und die Gebäude. Unter anderem beim Kepler-Gymnasium und auch bei der Hans-Schelter-Schule in Weiden-West stehen Generalsanierungen an.

Ein Großteil der Kosten kann über staatliche Finanzausgleichsmittel (FAG) finanziert werden. Sie liegen normalerweise bei 40 bis 45 Prozent, können bei Städten, die wie Weiden Stabilisierungshilfe erhalten, sogar auf 70 und mehr Prozent anwachsen. Taubmann betonte, dass die Hilfe durch Neuverschuldungen nicht gefährdet werde. "Schließlich geht's hier nicht um freiwillige Leistungen, sondern um Pflichtaufgaben."

Zinslast ein Prozent


Die Zinslast bei einer Kreditaufnahme bezifferte die Kämmerin auf derzeit ein Prozent, bei langfristiger Zinsbindung. Die Situation könne besser nicht sein. "Wann sollen wir's anpacken, wenn nicht jetzt?"
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