Bau- und Planungsausschuss startet Ideen-Wettbewerb
Auch Witt-Platz untertunneln

Sieben Verkehrwege führen auf den Josef-Witt-Platz, der mit dem Bau des Wittgarten-Durchstichs neu gestaltet werden muss. Ein Ideen-Wettbewerb soll wichtige Fingerzeige geben. Skizze: Stadtplanung Weiden
Politik
Weiden in der Oberpfalz
14.07.2016
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Sorgt der Wittgarten-Durchstich für Chaos auf der Schillerstraße? "Beinamputiert" nennt Stadtrat Karl-Heinz Schell (SPD) die bisherige Planung. Damit die zahlreichen Fußgänger und Radfahrer, die den Josef-Witt-Platz fluten, nicht den Auto-Verkehr stören, sei der Tunnel bis in die Max-Reger-Straße zu ziehen.

Der Wittgarten-Durchstich sei ein neues Highlight in der Innenstadt, betonte Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm. Er räumte jedoch ein, dass die Führung der verschiedenen Verkehre hochkomplex und die städtebauliche Situation im gesamten Umgriff des Josef-Witt-Platzes "ungemein schwierig" sei. Mit einem städtebaulichen Wettbewerb, der - einschließlich Preisgelder - 70 000 Euro koste, seien deshalb die besten Ideen zu suchen, zu sammeln und zu filtern.

Lotto-Gewinn geplant?


Schnell konterte am Mittwoch Stefan Rank (Bürgerliste) im Bau- und Planungsausschuss. Ein Ideen-Wettbewerb sei "zwar schön und richtig und sicherlich zur rechten Zeit geplant". Allerdings traue er diese Aufgabe auch der Stadtplanung zu. Mit 70 000 Euro sei es ja nicht getan. Die Planungen würden weitere Kosten auslösen. "Wir haben weder das Geld für einen teuren Wettbewerb noch für die Umsetzung der Ideen. Woher denn soll das Geld kommen? Ist ein Lottogewinn geplant?" Auch Hans Sperrer (CSU) wünschte sich, dass die Stadt selbst die Ideen kreiere und einbringe. Veit Wagner würde gerne für diese Summe eine Fachkraft in der Stadtplanung einstellen, die den Josef-Witt-Platz "betreut".

Thomas Papp von der Stadtplanung stellte klar, dass es darum gehe, möglichst viele, unterschiedliche Vorschläge - aus allen Blickwinkeln - zu erhalten. Bei Gesprächen mit der Regierung habe sich eine 60-prozentige Förderung angedeutet. Die Stadtplanung sei allein aufgrund ihrer kargen personellen Ausstattung nicht in der Lage, diese Aufgabe zu leisten. Auch Bohm verwies auf ein "katastrophal dezimiertes" Stadtplanungsamt. Es gehe zunächst darum, ein Fachbüro auszuwählen, das den Wettbewerb betreue, der "ganz klassisch" durchgeführt werde. Ebenfalls für den Wettbewerb sprach sich Josef Gebhardt (SPD) aus. Der Neunkirchener hatte gleich einen Finanzierungsvorschlag parat. "Kippt euer Organisationsgutachten. Dann haben wir 500 000 Euro übrig und damit Geld in Hülle und Fülle", wandte er sich an CSU und Bürgerliste.

Gegen die Stimmen von Reinhard Meier und Stefan Rank (beide Bürgerliste) beschlossen die Stadträte die Vorbereitung des Wettbewerbs. Im Haushalt sind übrigens die nötigen Gelder bereitgestellt.
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