Bauausschuss sagt Nein zum Bordell und missmutig Ja zur Spielothek
Verpufft, aber nicht verzockt

Pension oder Puff? Auf jeden Fall eine Spielothek: Zwei entsprechende Anträge auf einen Vorbescheid zur Nutzungsänderung dieses Objekts an der Hutschenreutherstraße und des 2400 Quadratmeter umfassenden Grundstücks im Gewerbegebiet West gingen im Bauverwaltungsamt ein. Am Mittwoch entscheidet der Bauausschuss darüber. (Foto: Götz)
Politik
Weiden in der Oberpfalz
27.04.2016
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Das Bordell im Gewerbegebiet lehnt der Bauausschuss am Mittwoch wie erwartet ab. Denn Weiden ist Sperrbezirk, Prostitution flächendeckend verboten. Allerdings nur auf dem Papier, empört sich der Mann der Antragstellerin.

Ein Einfamilienhaus an der Hutschenreutherstraße im Gewerbegebiet Weiden-West III soll zum Boardinghouse umfunktioniert und gewerblich vermietet werden an Prostituierte (wir berichteten). Und das, obwohl Weiden als Sperrbezirk gilt. Dem Mann der Antragstellerin scheint das durchaus klar gewesen zu sein. Entsprechend habe er vor der Bauvoranfrage recherchiert, informiert er in einem Telefonat. Sein Fazit: Mit dem Sperrbezirk ist es nicht weit her. "Man tut nur so, als gäbe es hier keine Prostitution." Denn: "Auf einschlägigen Internetseiten bieten mindestens 30 Frauen in Weiden Liebesdienste an", argumentiert der Mann. Mit einem Boardinghouse würde er die Frauen in Weiden nur raus aus der Illegalität holen. "Das hat nichts mit Zuhälterei zu tun, nichts mit Zwang." Wobei der Mann auch einräumt: "Klar ist das trotzdem ein komisches Geschäft." Und eines, bei dem er sich nicht wirklich auskenne.

Normalerweise betreibe er Kneipen. Später seien Spielhallen dazugekommen. "Von einer Kneipe allein können Sie heute nicht mehr leben." So spekuliere er auch ohne Bordell oder Pension - hierzu gibt es eine weitere Bauvoranfrage, die wegen des Lärms der angrenzenden Industrie abgelehnt wurde - auf die Errichtung einer Spielothek an der Hutschenreutherstraße: "Das ist mein Hauptinteresse." Und dem gibt der Bauausschuss auch gegen zwei CSU-Stimmen statt. Nicht weil er will, sondern weil die bauplanungsrechtliche Lage es nicht anders zulässt.
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