Bauernverband fordert Gewinnbeteiligung für Eigentümer
Maut für die Stromtrassen

Zwei Prototypen für Erdkabel mit drei Adern. Der Bauernverband befürchtet negative Folgen wegen des massiven Eingriffs in den Boden. Bild: dpa
Politik
Weiden in der Oberpfalz
26.10.2016
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"Da geht's um Grundsätzliches", hält Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), ein leidenschaftliches Plädoyer für den ideellen Wert des Eigentums. "Wir haben das Land von den Eltern bekommen, um es zu erhalten und weiterzugeben - mein Grundbuchauszug interessiert mich nicht." Eigentum sei Ausdruck der Verwurzelung in der Region und Auftrag für nachhaltiges Wirtschaften.

"Wenn wir schon für den Trassenbau Land zur Verfügung stellen müssen", macht der Heilbronner Agrarwirt deutlich, "habe ich null Verständnis, wenn die Netzbetreiber wiederkehrende Renditen bekommen, Kommunen wiederkehrende Entschädigungen, aber uns eine einmalige Entschädigung reichen soll."

Am liebsten wäre den meisten Landwirten, wenn ganz auf die Trassen verzichtet würde, zumal eine dezentrale Energieversorgung machbar sei. "Aber das entscheidet die Bundespolitik", sagt Rukwied. Auch wenn Tennet als verlängerter Arm der Bundesnetzagentur ergebnisoffener an die Planung herangehe als Amprion, blieben für Tirschenreuths Kreis-Obmann Ely Eibisch Fragen offen: "Unseres Erachtens muss auch noch einmal über den Schutzstreifen von 40 Metern neben der Autobahn nachgedacht werden, der nicht Bestandteil der Prüfung war."

"Wir finden", sagt Eibisch weiter, "dass wir als direkt Betroffene eine höhere Gewichtung haben müssten." Es könne nicht sein, dass alle profitierten, nur nicht die Eigentümer: "Im Norden produzieren sie Energie, im Süden brauchen sie Strom, Tennet leitet ihn über unseren Boden - dafür sollte eine Art Maut entrichtet werden", findet der Präsident. Da jedes Jahr Verzögerung dem Netzbetreiber eine Milliarde Euro koste, sei er zuversichtlich, zu einer Einigung kommen zu können.
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